US-Schluss: Gewinne – Gute Quartalszahlen stützen

US-Schluss: Gewinne – Gute Quartalszahlen stützen

New York – Gestützt von guten Quartalszahlen unter anderem von IBM und Ebay haben die US-Börsen am Donnerstag den dritten Tag in Folge mit Gewinnen geschlossen. Einen Dämpfer hatte der Handel zunächst durch schlechte US-Konjunkturdaten und Frühindikatoren erhalten. Die anhaltende Hoffnung auf ein baldiges Agieren der US-Notenbank Fed stützte den Markt jedoch, sodass der Dow Jones Industrial mit einem Kursplus von 0,27 Prozent auf 12.943,36 Punkte aus dem Handel ging. Der marktbreite S&P 500-Index stieg ebenfalls um 0,27 Prozent auf 1.376,51 Zähler.

Noch deutlich fester zeigten sich die Notierungen an der Technologiebörse Nasdaq. Dort kletterte der Nasdaq Composite Index um 0,79 Prozent auf 2.965,90 Punkte nach oben, und der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 1,14 Prozent auf 2.655,81 Punkte vor.

In den USA hatte sich das von der Notenbank in Philadelphia ermittelte Geschäftsklima weniger stark aufgehellt als erwartet. Auch die Verkäufe bestehender Häuser waren im Juni stärker als erwartet gesunken. Hinzu kamen negative Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Dort waren die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stärker als gedacht gestiegen. Inzwischen sieht der Markt in schlechten Konjunkturdaten aber auch etwas Positives. Denn diese könnten die Wahrscheinlichkeit eines Eingreifens der US-Notenbank erhöhen, lautet das Kalkül vieler Investoren. Auf Unternehmensseite führten nach Quartalszahlen die Titel des Computerriesen IBM den Dow Jones mit einem Plus von knapp vier Prozent an. Ebay legten nach der Vorlage der Quartalsbilanz um über achteinhalb Prozent zu.

Umso mehr konzentrierten sich die Anleger nun auf die jüngsten Quartalszahlen, sagte ein Experte in New York. Diese seien bislang besser ausgefallen als ursprünglich befürchtet. Aus seiner Sicht sollten jedoch noch etwa zwei Wochen ins Land gehen, um den Einfluss der Berichtssaison auf die Entwicklung der grossen Indizes besser abschätzen zu können.

Auch die Banken stehen weiter im Fokus der Anleger. Nachdem die Konkurrenten Goldman Sachs, Bank of America und JPMorgan in den vergangenen Tagen mit ihren Zahlen positiv überrascht hatten, enttäuschte zuletzt die Grossbank Morgan Stanley die Erwartungen der Analysten. Die Schuldenkrise in Europa hatte der Investmentbank das Geschäft verdorben. Die Aktien büssten bis Handelsschluss 5,29 Prozent auf 13,25 US-Dollar an. Auch die übrigen Bankenwerte notierten im Minus.

IBM kletterte hingegen nach Zahlen um 3,77 Prozent auf 195,34 Dollar und setzte sich damit an die Spitze des Dow Jones. Der Computerriese hatte für das abgelaufene Quartal einen überraschend hohen Gewinn je Aktie (EPS) ausgewiesen und die EPS-Prognose für 2012 angehoben. Trotz eines Gewinnzuwachs im abgelaufenen Quartal verbuchten hingegen die Papiere des Index-Kollegen Verizon einen Kursabschlag von knapp drei Prozent. Allerdings hat der Titel des US-Telekommunikationskonzerns in den vergangenen Wochen einen rasanten Aufstieg hingelegt. Börsianer vermuteten, dass die Anleger nun Gewinne mitnähmen.

An der Spitze des S&P-100-Index standen die Papiere der grössten US-Drogeriekette Walgreen, die um nahezu zwölf Prozent in die Höhe schossen. Für das Kursfeuerwerk sorgte die Nachricht, dass der Konzern nach seiner Trennung von Express Scripts – einem Produzenten und Vertreiber pharmazeutischer Produkte – nun erneut mit diesem ein mehrjähriges Abkommen abgeschlossen hat. Damit gehört Walgreen nun wieder zum grossen Netzwerk des Pharmazievertriebs. Nach dem Bruch im vergangenen Jahr musste Walgreen einen Umsatzeinbruch verkraften, da der Express-Kundenstamm fehlte. Express-TItel legten um knapp zwei Prozent zu.

Papiere des Tabakkonzern Philipp Morris verteuerten sich unterdessen um moderate 0,16 Prozent auf 89,55, zwischenzeitlich hatte das Kursplus knapp ein Prozent betragen. Damit schauten die Anleger über die rückläufigen Quartalszahlen des Marlboro-Produzenten hinweg.

Im Nasdaq 100 standen die Aktien von Ebay nach Zahlen mit einem Kursplus von 8,65 Prozent auf 43,96 Dollar auf dem Siegertreppchen. Der Internet-Handelsspezialist hatte unter anderem dank seiner Bezahltochter PayPal einen kräftigen Umsatzsprung hingelegt und den Gewinn sogar verdoppelt. Ebenfalls nach Zahlen legten die Papiere des Mobilfunkspezialisten Qualcomm um über vier Prozent zu. (awp/mc/upd/ps)

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