US-Schuss: Anleger verlässt der Mut

Boerse

New York – An der Wall Street haben sich mit etwas Verzögerung die alten Handelssorgen wieder in Erinnerung gerufen. Der Dow Jones Industrial hatte am Dienstag nach dem verlängerten Wochenende zunächst noch etwas an seine moderaten Gewinne vom Freitag angeknüpft, bevor die Stimmung kippte und der US-Leitindex letztlich recht deutlich im Minus stand.

Am Ende verlor der Dow 0,93 Prozent auf 25 347,77 Punkte. Die Charttechnik-Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar sehen kurzfristig weiterhin im Bereich zwischen 25 200 und 25 400 eine bewährte Nachfragezone, die zuletzt jedoch immer stärker unter Druck gekommen sei.

Für den breit gefassten S&P 500 ging es um 0,84 Prozent auf 2802,39 Zähler nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 gab lediglich um 0,31 Prozent auf 7278,38 Punkte nach – Hier federte ein Kurssprung beim Chipkonzern AMD die Verluste etwas ab.

US-Präsident Donald Trump hatte während seines Staatsbesuchs in Japan betont, die USA seien für einen Handelsdeal mit China noch nicht bereit. Amerikanische Zölle auf chinesische Güter könnten sehr schnell sehr deutlich erhöht werden. Auch eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan wird nach Darstellung Trumps vor den dortigen Wahlen erst einmal nicht zustande kommen.

Unter den grössten Verlierern im Dow fielen die Aktien des Chipherstellers Intel um mehr als 2 Prozent. Der Wettbewerber AMD hatte bestimmte Grafikkarten und Prozessoren vorgestellt, die Fachleuten zufolge den Produkten von Intel und auch von Nvidia harte Konkurrenz machen können. Die Nvidia-Anteilscheine fielen um mehr als 1 Prozent, während die AMD-Aktien an der Spitze des Nasdaq 100 um fast 10 Prozent in die Höhe sprangen.

Im Autosektor zogen die in New York notierten Fiat-Chrysler-Anteile um gut 7 Prozent an. Am Vortag hatte der italienisch-amerikanische Hersteller Fiat Chrysler seinem französischen Kontrahenten Renault eine Fusion vorgeschlagen und damit bei beiden Werten diesseits des Atlantiks ein Kursfeuerwerk ausgelöst sowie den gesamten Sektor angetrieben. Kursgewinne bei Autoaktien hatte es am Dienstag auch in Asien gegeben.

Dem gegenüber sackten die Aktien von Teva um rund 12 Prozent ab. Analyst Navin Jacob von der schweizerischen Bank UBS hatte die Kaufempfehlung für die Anteilscheine des Pharmakonzerns gestrichen und dies mit sich abzeichnenden Prozesskosten begründet.

Auch eine Studie von Goldman Sachs warf einen Blick auf Aktien aus dem Pharmasektor. Die Experten rieten bei den Anteilscheinen von Gilead Sciences zum Verkauf und die Aktien büssten mehr als 4 Prozent ein. Positiv äusserten sich die Goldman-Experten zu den Papieren des Computer- und Videospiele-Konzerns Activision Blizzard . Dies bescherte ihnen ein Plus von rund 3 Prozent.

Schliesslich wurde offiziell, was am Freitag bereits durchgesickert war: Der Online-Bezahldienstleister Global Payments will seinen Wettbewerber Total System Services übernehmen. Der rund 21,5 Milliarden US-Dollar (19,2 Milliarden Euro) schweren Transaktion stimmten die Verwaltungsräte beider Unternehmen bereits zu. Die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden müssen dem Deal aber noch die Genehmigung erteilen.

Die Anteilscheine von Total System Services waren bereits am Freitag um fast 14 Prozent in die Höhe geschnellt und und legten nun um fast 5 Prozent zu. Die Papiere von Global Payments hingegen büssten fast alle Gewinne von Ende letzter Woche wieder ein.

Der Eurokurs geriet unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1167 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1192 (Montag: 1,1198) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8935 (0,8930) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 15/32 Punkte auf 100 31/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,268 Prozent. (awp/mc/pg)

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