US-Schluss: Erneut Verluste

US-Schluss: Erneut Verluste

New York – Sorgen um den US-Haushalt und durchwachsene Konjunkturdaten haben dem US-Aktienmarkt am Donnerstag erneut Verluste beschert. Der Dow Jones Industrial büsste 0,23 Prozent auf 12.542,38 Punkte ein. Für den marktbreiten S&P 500-Index ging es um 0,16 Prozent auf 1.353,32 Punkte nach unten. An der Technologiebörse Nasdaq sanken der Composite Index um 0,35 Prozent auf 2.836,94 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,30 Prozent auf 2.524,36 Punkte.

Das bestimmende Thema bleibt vorerst die sogenannte Fiskalklippe – zum Jahresende drohende Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen. Viele Anleger fürchten sich vor einer festgefahrenen Situation, bevor sich Präsident Barack Obama am morgigen Freitag mit führenden Vertretern von Republikanern und Demokraten im Kongress zu ersten Gesprächen über dieses Thema trifft. Vor diesem Hintergrund verwundere es nicht, dass der Dow Jones seit der US-Präsidentschaftswahl am 6. November knapp 5,3 Prozent verloren habe, sagte ein Börsianer.

Daneben belasteten schwache Umsatzzahlen von Wal-Mart sowie gemischt ausgefallene Konjunkturdaten etwa zum US-Arbeitsmarkt die Stimmung der Anleger. Auch die drohende Eskalation des Nahostkonflikts schlug sich negativ nieder. Das israelische Militär kündigte weitere Luftangriffe auf Gaza an und begann mit der Mobilisierung seiner Reservisten.

Mit einem Abschlag von 3,63 Prozent waren die Aktien von Wal-Mart das Schlusslicht im Dow. Der Konzern hatte den Umsatz im dritten Quartal nicht so deutlich gesteigert wie vom Markt erwartet. Zudem äusserte sich Finanzchef Charles Holley vorsichtig: «Die momentanen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen lasten weiterhin auf unseren Kunden». Auch dürfte das Weihnachtsgeschäft dem Manager zufolge sehr wettbewerbsintensiv werden.

An der Spitze des Dow bauten die Papiere von Cisco ihren Vortagesgewinn von fast fünf Prozent aus und rückten um weitere 1,59 Prozent vor.

Ein angekündigter umfangreicherer Stellenabbau sowie eine mögliche Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms halfen den Papiere von Procter & Gamble nicht. Sie büssten 0,32 Prozent ein. Der Konsumgüterhersteller will 2013 nun eigene Aktien im Wert bis zu sechs Milliarden Dollar zurückkaufen.

An der Nasdaq kletterten die Anteilsscheine von Texas Instruments um 0,07 Prozent. Der Chiphersteller fährt das Geschäft mit Mobiltelefonchips zurück und streicht weltweit 1.700 Stellen. In diesem Segment ist die Konkurrenz hart und die Entwicklung teuer, weil die Technik so schnell voranschreitet.

Der Eurokurs gab im New Yorker Handel einen Teil seiner Gewinne wieder ab und notierte zuletzt bei 1,2770 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2756 (Mittwoch: 1,2726) Dollar festgesetzt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen um 2/32 Punkte auf 100 11/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,586 Prozent. (awp/mc/pg/upd/ps)

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