US-Schluss: Verluste – Konjunkturdaten und Irak belasten

US-Schluss: Verluste – Konjunkturdaten und Irak belasten

New York – Die wichtigsten US-Indizes haben am Donnerstag nachgegeben. Etwas schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten sowie die zunehmend angespannte Lage im Irak belasteten. Der Dow Jones Industrial verlor 0,65 Prozent auf 16 734,19 Punkte und gab damit den zweiten Tag in Folge nach. Der S&P-500-Index sank um 0,71 Prozent auf 1930,11 Punkte. Beide Indizes hatten Anfang der Woche neue Rekorde aufgestellt. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 ging mit minus 0,90 Prozent bei 3763,80 Punkten aus dem Handel.

In der am 7. Juni zu Ende gegangenen Woche waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend gestiegen, während Experten mit einem leichten Rückgang gerechnet hatten. Der Einzelhandelsumsatz im Mai enttäuschte ebenfalls. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Erlöse zwar um 0,3 Prozent, Ökonomen hatten aber einen doppelt so hohen Zuwachs erwartet. Insgesamt ist die Stimmung für die Konjunktur allerdings positiv. „Die US-Wirtschaft fährt auf höheren Touren als der Rest der Industrieländer“, sagte eine Investmentmanagerin.

Im Irak eroberten islamistische Truppen die zweitgrösste Stadt Mossul und nahmen am türkischen Konsulat Dutzende von Geiseln, während zahlreiche Einwohner die Stadt verliessen. US-Präsident Barack Obama reagierte nun und behält sich auch eine militärische Reaktion vor.

Wegen der wachsenden Unsicherheit aufgrund der Kämpfe im ölreichen Irak stieg der Ölpreis kräftig. Zeitweise erreichte der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI bei 106,50 Dollar den höchsten Stand seit September. Im Dow profitierten vom Ölpreisanstieg vor allem die Papiere von Chevron Corp. , die als Index-Favorit um 0,74 Prozent zulegten. Die im S&P 100 gelisteten Papiere von ConocoPhillips gewannen 1,11 Prozent.

Die Papiere von Intel legten um 0,11 Prozent zu. Der Chiphersteller scheiterte mit seiner Klage gegen eine milliardenschwere EU-Kartellstrafe. Die EU-Kommission hatte Intel 2009 wegen des Missbrauchs einer dominanten Marktstellung bestraft. Das EU-Gericht bestätigte nun die Rekord-Geldbusse in Höhe von 1,06 Milliarden Euro. Nachbörslich gab es dann eine positive Überraschung: Intel hob seine Umsatzprognose für das zweite Quartal und das Gesamtjahr an.

Das Reiseunternehmen Expedia und der Autovermieter Sixt vereinbarten eine globale Partnerschaft über mehrere Jahre. Die Expedia-Aktie gab im Nasdaq 100 dennoch als einer der schwächsten Werte 2,63 Prozent ab. Der Aktie des Konkurrenten Tripadvisor erging es allerdings kaum besser. Sie verlor 1,74 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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