US-Schluss: Dow dämmt Verluste fast komplett ein

US-Schluss: Dow dämmt Verluste fast komplett ein

New York – Der Dow Jones Industrial hat am Donnerstag seine anfänglichen Verlusten nahezu vollständig eingedämmt. Überraschend starke Daten vom US-Immobilienmarkt sorgten für eine Stimmungsaufhellung, nachdem zum Handelsstart vor allem schwache Wirtschaftsdaten aus China belastet hatten. Der US-Leitindex, der tags zuvor noch auf ein Rekordhoch bei rund 15.542 Punkten gestiegen war, ging mit minus 0,08 Prozent bei 15.294,50 Punkten aus dem Handel. Der breit gefasste S&P-500-Index verlor 0,29 Prozent auf 1.650,51 Punkte. Der Nasdaq 100 gab um 0,26 Prozent auf 2.991,45 Punkte nach.

Die Daten aus China deuten auf einen Rückschlag in der Industrie der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft hin. Der von der Grossbank HSBC ermittelte Index für die Stimmung der Einkaufsmanager war unter die wichtige Schwelle von 50 Punkten gesunken, die Wachstum signalisiert. Dies löste vor allem in Japan deutliche Verluste aus. Der Nikkei-225-Index stürzte um mehr als sieben Prozent ab – der kräftigste Einbruch seit der Atomkatastrophe von Fukushima.

Nachdem sehr starke Daten vom Immobiliensektor aus den USA den Markt erreichten, verbesserte sich die Stimmung an der Wall Street wieder. Sowohl die Hauspreise im März als auch die Neubauverkäufe im April waren überraschend deutlich gestiegen.

Auftrieb gab zudem auch der starke Ausblick des Computer- und Druckerherstellers Hewlett-Packard (HP) auf sein drittes Geschäftsquartal. HP sprangen um 17,10 Prozent auf 24,86 US-Dollar nach oben und waren damit unangefochtener Spitzenwert im Dow. Am Vorabend hatte der Konzern ein höher als vom Markt erwartetes Gewinnziel für das laufende Geschäftsquartal ausgegeben. Die Zahlen zum zweiten Quartal lagen trotz Umsatz- und Ergebnisrückgang im Jahresvergleich über den Konsensschätzungen. HP hatte darunter gelitten, dass viele Kunden mittlerweile lieber zu einem Tablet-Computer greifen oder sich fürs Surfen im Web und Schreiben von E-Mails mit dem Smartphone begnügen.

Bankenwerte, die zum Handelsauftakt sehr schwach gewesen waren, erholten sich bis Börsenschluss. So fielen im Dow die Aktien der Bank of America nur noch um 0,75 Prozent und die von JPMorgan um 0,52 Prozent. Die im S&P-100-Index notierten Aktien von Morgan Stanley, Citigroup und Goldman Sachs gaben etwas kräftiger nach. Sie büssten zwischen 0,9 und 1,8 Prozent ein.

Im Blickpunkt standen auch die Anteilsscheine von Ford, die um 1,07 Prozent nachgaben. Der Autobauer hatte angekündigt, seine Fahrzeugproduktion in Australien einzustellen. Der Elektroauto-Spezialist Tesla beglich seine Schulden beim Staat nach guten Verkäufen seines Elektroautos Model S. Ein Kredit über rund eine halbe Milliarde Dollar wurde in voller Höhe und neun Jahre früher als nötig zurückgezahlt, woraufhin die Tesla-Titel um mehr als sechs Prozent zulegten. (awp/mc/upd/ps)

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