US-Schluss: Erholungsversuch verpufft – Dow sinkt weiter

US-Schluss: Erholungsversuch verpufft – Dow sinkt weiter

New York – Der Erholungsversuch der US-Aktienbörsen ist am Dienstag im Späthandel weitgehend verpufft. Der Dow Jones Industrial rutschte bei 16’273,64 Punkten erneut auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten und notierte zum Schluss 0,04 Prozent im Minus bei 16’315,19 Zählern. Am Montag war der Leitindex wegen anhaltender Sorgen über die Weltkonjunktur um knapp anderthalb Prozent eingeknickt und hatte damit an die sehr schwache Vorwoche angeknüpft.

Die anderen Indizes entwickelten sich am Dienstag ein wenig besser: Der marktbreite S&P-500-Index behauptete Gewinne von 0,16 Prozent auf 1’877,70 Punkte, während der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 um 0,06 Prozent auf 3’810,45 Punkte vorrückte. Marktbeobachter machten die rückläufigen Aktienkurse im Ölsektor mitverantwortlich für die verhaltene Entwicklung. Zudem drückten überwiegend negativ aufgenommene Unternehmenszahlen auf die Stimmung.

Im Dow büssten die Aktien von Ölkonzernen angesichts des Sturzflugs bei den Ölpreisen überwiegend deutlich ein, Papiere von Fluggesellschaften profitierten hingegen. So sackten Chevron als einer der grössten Dow-Verlierer um 2,01 Prozent ab. ExxonMobil gaben um 0,32 Prozent nach. Im S&P 500 verloren ConocoPhillips 2,75 Prozent. Bei Delta Air Lines und Southwest Airlines standen hingegen Kursgewinne von 6,12 beziehungsweise 3,88 Prozent zu Buche.

Darüber hinaus zog eine Reihe von Unternehmenszahlen die Aufmerksamkeit auf sich. Teure Rechtskosten hatten im dritten Quartal weiter auf den Gewinn der grössten US-Bank JPMorgan gedrückt. Deren Aktien fielen um 0,29 Prozent. Dagegen ging es für die Papiere der Citigroup im S&P 500 um 3,15 Prozent bergauf. Der Konkurrent hatte vom Aufschwung der US-Wirtschaft und von wieder besseren Geschäften im Investmentbanking profitiert. Der Überschuss hatte unerwartet deutlich zugelegt.

Die Zahlen von Wells Fargo lieferten hingegen wie so oft keine grossen Überraschungen. Die Anleger zeigten sich enttäuscht: Die Anteilsscheine gaben um 2,73 Prozent nach, obwohl die Bank mit ihrem Quartalsgewinn Branchenprimus JPMorgan knapp übertrumpft hatte.

Abseits der Finanzbranche verbuchten die Titel von Johnson & Johnson trotz guter Nachrichten ein Minus von 2,13 Prozent, was den letzten Platz im Leitindex bedeutete. Der Konzern versprüht nach einem starkem dritten Quartal wieder mehr Zuversicht. Durch die Verkäufe neuer Arzneien wie beispielsweise das Hepatitis-Medikament Olysio hatte er im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und hob seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr an. Jedoch warnte Finanzchef Dominic Caruso, dass das deutliche Wachstum bei dem Präparat nicht anhalten werde. Die jüngst erfolgte Zulassung eines Konkurrenzprodukts von Gilead Sciences dürfte die Olysio-Umsätze belasten. (awp/mc/upd/ps)

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