US-Schluss: Verluste nach Höhenflug – Daten und Cisco

US-Schluss: Verluste nach Höhenflug – Daten und Cisco

New York – Der US-Aktienmarkt hat am Donnerstag seinem jüngsten Höhenflug Tribut gezollt und mit Verlusten geschlossen. Enttäuschende Konjunkturdaten bremsten insbesondere die Standardwerte. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,28 Prozent tiefer bei 15.233,22 Punkten und der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,50 Prozent auf 1.650,47 Punkte. Beide Indizes hatten am Vortag einmal mehr historische Höchststände gefeiert. Etwas besser hielt sich am Donnerstag der Technologiesektor: Dank gut aufgenommener Zahlen von Cisco ging der Auswahlindex Nasdaq 100 lediglich 0,11 Prozent tiefer bei 2.999,34 Punkten aus dem Handel.

Gestützt wird die Börsenstimmung insgesamt weiter davon, dass wegen der schwachen Daten kein baldiges Ende der lockeren US-Geldpolitik in Sicht ist. Die niedrigen Zinsen der US-Notenbank Fed und anderer Notenbanken sorgen seit Monaten für eine üppig vorhandene Liquidität, die mangels renditeträchtiger Alternativen vor allem in die Aktienmärkte fliesst und die Notierungen antreibt.

In den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend deutlich auf den höchsten Stand seit Ende März gestiegen. Zudem belegte der unerwartet gefallene Stimmungsindikator Philly-Fed-Index, dass sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Mai eingetrübt hat und jetzt wieder einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität signalisiert. Im Bausektor boten Daten für den April eine positive Überraschung bei den Baugenehmigungen, wogegen die Baubeginne enttäuschten. Dazu kamen für den vergangenen Monat überraschend stark gesunkene Verbraucherpreise.

Die Aktien von Cisco Systems sprangen nach guten Zahlen um 12,54 Prozent hoch. Das bedeutete den höchsten Schlusskurs seit November 2010 und den unangefochtener Spitzenplatz im Dow. Der stetig steigende Datenstrom im Internet hatte dem Netzwerk-Ausrüster das neunte Rekordquartal in Folge beschert. Sowohl der Gewinn als auch der Umsatz lagen über den Markterwartungen. Für andere Technologiewerte im Dow wie IBM und Hewlett-Packard (HP) ging es um 0,67 beziehungsweise 1,86 Prozent nach oben. Dagegen sackten Advanced Micro Devices (AMD) um 12,56 Prozent ab. Beobachter sahen Gewinnmitnahmen nach der starken Entwicklung bei den Aktien des Chipherstellers seit Ende April.

Die Microsoft-Papiere gewannen 0,68 Prozent. Nach Berechnungen des Marktforschers IDC hat der Softwarekonzern im Wettlauf um den dritten Platz im lukrativen Smartphone-Geschäft mit seinem Betriebssystem Windows Phone den Branchenpionier Blackberry überholt. Dagegen sieht der zweite grosse IT-Marktforscher Gartner bei seinen Berechnungen Blackberry weiterhin knapp vorn. Microsoft teilte zudem mit, noch in diesem Monat seinen Tablet-Computer Surface Pro auch in Deutschland auf den Markt zu bringen. Die Aktien von Blackberry gaben 2,13 Prozent ab.

Für die Titel des Einzelhändlers Wal-Mart ging es als zweitschwächster Dow-Wert um 1,70 Prozent nach unten. Schlechtes Wetter und eine höhere Einkommenssteuer hatten den Kunden im ersten Geschäftsquartal die Kauflust verdorben. Analyst Ian Gordon von S&P Capital IQ sah das Ergebnis je Aktie (EPS) knapp unter seiner Prognose. Er geht davon aus, dass die abnehmende Umsatzdynamik im internationalen Geschäft und der Kostendruck das Gewinnwachstum auch in den kommenden Quartalen begrenzt. (awp/mc/upd/ps)

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