US-Schluss: Dow schwach – Seit Jahresbeginn knapp 14% Plus

US-Schluss: Dow schwach – Seit Jahresbeginn knapp 14% Plus

New York – Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat am Freitag zum Quartalsende nachgegeben. Den Nasdaq-Indizes dagegen gelang im Handelsverlauf der Sprung und knappe Verbleib in der Gewinnzone. Die Anleger hätten die gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten sowie die neuen Aussagen von Notenbank-Mitgliedern zum Thema Geldpolitik abgewogen, hiess es am Markt.

Der Dow ging mit einem Minus von 0,76 Prozent bei 14.909,60 Punkten aus dem Handel. Deutlich abwärts ging es vor allem wenige Minuten vor Börsenschluss. Auf Wochensicht gewann der Index damit 0,75 Prozent und legte im Quartalsvergleich noch etwas deutlicher zu. Seit Jahresbeginn liegt sein Plus damit knapp unter 14 Prozent. Auf Monatssicht hingegen verbuchte er sein erstes Minus in diesem Jahr. Vor allem die Aussagen des Notenbankchefs über einen Zeitplan zur Drosselung der Anleihekäufe waren der Grund dafür gewesen.

Der breit gefasste S&P-500-Index , der in den vergangenen drei Tagen die deutlichste Rally seit Januar verzeichnet hatte, ging mit einem Minus von 0,43 Prozent bei 1.606,28 Punkten in das Wochenende. Der überwiegend mit Technologietiteln besetzte Auswahlindex Nasdaq 100 rückte hingegen um moderate 0,09 Prozent auf 2.909,60 Punkte vor.

Im Juni hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago stärker als erwartet eingetrübt. Er blieb allerdings über der wichtigen Marke von 50 Punkten und signalisiert eine wirtschaftliche Belebung. Die endgültige Verbraucherstimmung, die von der Universität Michigan erhoben wird, fiel nicht ganz so positiv aus wie zuerst ermittelt. Sie hielt sich aber in der Nähe ihres zuvor erreichten sechsjährigen Höchststandes. Das wiederum lässt erwarten, dass der private Verbrauch im Jahresverlauf eine wichtige Wirtschaftsstütze bleiben wird.

Aufmerksamkeit fanden am Markt auch die Aussagen des Notenbank-Direktionsmitglieds Jeremy Stein. Er signalisierte – wie bereits Fed-Chef Ben Bernanke -, dass das Anleihekaufprogramm gedrosselt werde, sobald die Arbeitslosenquote auf sieben Prozent sinkt. Dies könnte seines Erachtens bereits im September der Fall sein.

Auf Unternehmensseite standen vor dem Wochenausklang vor allem die Geschäftszahlen von Blackberry und Nike im Fokus. Der Smartphone-Hersteller sorgte mit seiner Bilanz für das erste Geschäftsquartal für eine herbe Enttäuschung, woraufhin dessen Aktien um knapp 28 Prozent auf 10,47 US-Dollar einbrachen. Analyst James Moorman von S&P Capital senkte sein Kursziel um 2,50 auf 9,50 Dollar und bekräftigte seine Verkaufsempfehlung. Vor allem der Verlust von vier Millionen Kunden sei sehr beunruhigend und dies dürfte sich weiter fortsetzen, befürchtet er.

Das Geschäft des grössten Sportartikel-Konzerns Nike floriert dagegen, was den Papieren ein Plus von 2,18 Prozent bescherte. Im Dow sanken die Anteilsscheine von Pfizer nach einem über weite Strecken freundlichen Verlauf um 0,60 Prozent. Der Pharmakonzern hatte am Vorabend nach Börsenschluss ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Dollar bekannt gegeben.

Die Titel von News Corp. verloren 0,28 Prozent. Nach Börsenschluss wird der Konzern von Rupert Murdoch in das Verlagsunternehmen News Corp und das Fernsehsender- und Filmaktivitätengeschäft 21st Century Fox aufgespalten. Am 1. Juli dann wird die News Corp. in den S&P 500 aufgenommen. Ausscheiden muss dafür der Einzelhändler Apollo. (awp/mc/upd/ps)

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