US-Schluss: Griechenland-Sorgen drücken S&P auf März-Niveau

US-Schluss: Griechenland-Sorgen drücken S&P auf März-Niveau

New York – Die unsichere politische Lage in Griechenland hat auch die wichtigsten US-Indizes am Dienstag belastet. Bis zwei Stunden vor Handelsende ging es für den Dow Jones Industrial um 1,16 Prozent nach unten auf 12.858,11 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index rutschte sogar auf den tiefsten Stand seit Anfang März – zuletzt verlor er 1,09 Prozent auf 1.354,62 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index sank um 1,13 Prozent auf 2.924,28 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 1,06 Prozent auf 2.611,27 Punkte ein.

Die Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland beunruhigen die Befürworter einer strikten Sparpolitik in Europa. In Griechenland drohen sogar Neuwahlen, nachdem die Verfechter des im Volk umstrittenen Sparprogramms die Mehrheit im Parlament um zwei Abgeordnete verfehlt haben, und der erste Anlauf zur Sondierung von möglichen Wegen zur Regierungsbildung bereits gescheitert ist. Nun haben die Radikalen Linken den Auftrag zur Suche nach einer Koalition. Sorgen um den Sparkurs in der Eurozone liessen die Anleger wieder risikoscheu werden, hiess es am Markt.

Im Leitindex konnten sich nur die Titel des Telekomkonzerns AT&T und die Aktien des Konsumgüterunternehmens Procter & Gamble mit leichten Gewinnen gegen den Trend stemmen. Besonders deutlich nach unten ging es indes für die Papiere von Hewlett-Packard (HP) mit minus 2,85 Prozent. Für McDonald’s ging es um 2,38 Prozent nach unten. Der April-Umsatz der Burger-Kette war zwar gestiegen, allerdings aufgrund einer Verlangsamung auf dem Heimatmarkt weniger stark als gedacht.

Die in New York gelisteten Hinterlegungsscheine (ADR) von America Movil sanken um 8,96 Prozent. Der vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Telekomkonzern will seinen Anteil an KPN für 2,6 Milliarden Euro deutlich von knapp unter fünf Prozent auf 28 Prozent erhöhen, wie aus einer Pflichtmitteilung an die mexikanische Börse hervorgeht. Dafür bietet America Movil den Aktionären des niederländischen Mobilfunkunternehmens acht Euro je Aktie. Dies ist ein deutlicher Aufschlag von 23,5 Prozent zum Schlusskurs am Montag. Von einem Börsianer hiess es, America Movil habe schon lange Ambitionen für Europa gehabt und ein Auge auf die günstig bewerteten Niederländer geworfen – vielleicht auch, um dem spanischen Konkurrenten Telefonica eins auszuwischen, der seinerseits stark im lateinamerikanischen Markt präsent ist.

Im Gerichtsstreit von Google und Oracle über Android kam es indes zu einer Patt-Situation: Die Geschworenen beschlossen zwar, dass Google bei der Entwicklung des mobilen Betriebssystem einige Urheberrechte von Oracle verletzt habe – dabei geht es um die Software-Technik Java. Zugleich waren sie aber uneins, ob dies vom Grundsatz des «Fair Use» (angemessene Nutzung) gedeckt und damit nicht strafbar gewesen sei. Google stellte mittlerweile den Antrag, den Prozess für gescheitert zu erklären. Beobachter gingen davon aus, dass Oracle kaum noch Chancen hat, den angestrebten Milliarden-Schadenersatz durchzusetzen. Google-Titel tendierten kaum verändert, Oracle-Aktien tendierten schwächer.

Ein enttäuschender Ausblick sorgte beim Videospiel-Hersteller Electronic Arts für einen Kursverlust von 5,16 Prozent. Zu den angekündigten Verlusten im laufenden Quartal und im Geschäftsjahr kam noch die Meldung, dass Stellen abgebaut werden sollen. Die Titel des Uhren- und Taschenherstellers Fossil brachen nach Senkung der Jahresziele sogar um 38,01 Prozent ein. (awp/mc/pg/upd/ps)

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