US-Schluss: S&P 500 und Tech-Indizes erklimmen Rekorde

Boerse

New York – Die Tech-Rally treibt die Rekordjagd an der Wall Street weiter an. Sowohl die wichtigsten technologieorientierten Börsenbarometer als auch der breit gefächerte S&P 500 erklommen am Montag im Handelsverlauf Höchststände. Zuletzt hatten gelassene Aussagen der US-Notenbank (Fed) in puncto Geldpolitik für frischen Schwung gesorgt.

Unter den Tech-Indizes gewann der viel beachtete Nasdaq 100 1,12 Prozent auf 15’605,09 Punkte. Der umfassendere Nasdaq Composite stieg um knapp 1 Prozent.

Der S&P 500 rückte um 0,43 Prozent auf 4528,79 Punkte vor. Der Leitindex Dow Jones Industrial hingegen bewegte sich unterm Strich nur wenig und schloss 0,16 Prozent im Minus mit 35’399,84 Punkten.

Dank Fortschritten am Arbeitsmarkt und beim Inflationsziel hatte Fed-Chef Jerome Powell zwar am Freitag eine Reduzierung der konjunkturstützenden Käufe von US-Staatsanleihen noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Er verwies aber auch auf die weiter grassierende Delta-Variante des Coronavirus und betonte, ein Beginn der Rückführung des Anleihekaufprogramms sei kein unmittelbares Zeichen für eine baldige Zinserhöhung. Höhere Zinsen würden Anlageformen wie Anleihen gegenüber Aktien attraktiver erscheinen lassen.

Dass Anleger zu Wochenbeginn besonders bei den konjuktursensiblen Tech-Werten zugriffen, zeigte sich auch im Dow. So zählten Microsoft mit plus 1,3 Prozent und Apple mit plus 3,0 Prozent zu den Favoriten im Leitindex. Die Anteilsscheine des iPhone-Herstellers erklommen sogar ein Rekordhoch.

Mit Blick auf die weiteren Einzelwerte drehte sich am Montag das Übernahmekarussell kräftig. So sackten die Aktien von Adtran um 16,5 Prozent ab. Der Glasfaserspezialist will den deutschen Telekomausrüster Adva Optical kaufen. Dessen Papiere schnellten im Xetra-Handel um mehr als 10 Prozent in die Höhe und waren damit mit Abstand der Favorit im Nebenwerteindex SDax.

Die Papiere des Herstellers von Krankenbetten, OP-Tischen und Patientenüberwachungssystemen Hill-Rom waren im Handelsverlauf auf einen historischen Höchststand gesprungen und zogen am Ende um knapp zehn Prozent auf 145,78 US-Dollar an, nachdem der Pharma- und Medizintechnikkonzern Baxter International laut «Wall Street Journal» seine Kaufofferte auf 150 Dollar je Aktie angehoben hatte. Im Juli hatte Baxter dem Bericht zufolge noch 144 Dollar je Anteilsschein geboten und war damit bei Hill-Rom abgeblitzt. Für die Baxter-Papiere ging es um fast drei Prozent nach oben.

Derweil fielen die in New York gelisteten Anteilsscheine des chinesischen Onlineunternehmens Netease um mehr als drei Prozent und waren damit das Schlusslicht im Nasdaq 100. Sie litten darunter, dass die chinesische Führung die Regeln für jugendliche Nutzer von Online-Spielen verschärft.

An der Index-Spitze gewannen die Anteilsscheine Paypal 3,6 Prozent. Der Online-Bezahldienst will laut einem Medienbericht auch vom Boom des Aktienhandels durch Kleinanleger profitieren. Nachdem Paypal-Kunden bereits seit dem vergangenen Jahr Kryptowährungen handeln können, sucht das Unternehmen nun nach Möglichkeiten, US-Kunden auch den Handel mit Aktien zu ermöglichen, wie der US-Wirtschaftssender «CNBC» unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1800 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1801 (Freitag: 1,1761) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8474 (0,8503) Euro.

Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg um 0,22 Prozent auf 134,19 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen betrug zuletzt 1,28 Prozent. (awp/mc/ps)

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