US-Schluss: Dow und S&P 500 auf Rekordhochs – Geldpolitik

US-Schluss: Dow und S&P 500 auf Rekordhochs – Geldpolitik

New York – Der Dow Jones Industrial und der S&P-500-Index haben am Donnerstag ihre Rekordjagd fortgesetzt. Dank der Aussicht auf eine anhaltende Geldflut der US-Notenbank schlossen beide Indizes so hoch wie nie zuvor. Die US-Wirtschaft müsse sich noch weiter erholen und die Konjunktur robuster werden, sagte die designierte Notenbank-Chefin Janet Yellen bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats. Nach diesen Aussagen fühlten sich die Anleger nun wieder etwas wohler, sagte ein Marktstratege. Yellens Kommentare hätten die allgemein herrschende Ansicht nochmals bestätigt, dass zumindest im Laufe der kommenden Monate nicht mit einer schärferen Geldpolitik zu rechnen sei.

Der Dow stieg um 0,35 Prozent auf 15.876,22 Punkte. Im Verlauf war es sogar bis auf 15.884,99 Punkten nach oben gegangen. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 0,48 Prozent auf 1.790,62 Punkte zu. Der Nasdaq 100 stieg um 0,28 Prozent auf 3.415,14 Punkte.

Kritikern der Fed-Linie hielt Yellen derweil entgegen: «Zu diesem Zeitpunkt meine ich, dass der Nutzen die Kosten übersteigt.» Die 67-jährige Yellen – bisher Vize-Chefin der Fed – soll Anfang 2014 Ben Bernanke ablösen.

Seit der schweren Finanzkrise 2008 hält die Fed die Zinsen auf einem Rekordtief von 0 bis 0,25 Prozent. Zudem kauft sie monatlich Anleihen in Höhe von 85 Milliarden Dollar (63 Milliarden Euro) auf, um die Konjunktur zu stützen.

Neben der Notenbankpolitik stand auch die langsam zu Ende gehende Quartalsberichtssaison im Fokus. Am Vortag hatte der weltgrösste Netzwerk-Ausrüster Cisco Systems nachbörslich seine Bücher geöffnet und für Enttäuschung gesorgt. Die Aktien brachen am Dow-Ende um 10,80 Prozent auf 21,40 US-Dollar ein. Dies war der grösste prozentuale Tagesverlust seit mehr als zwei Jahren. Einige Kunden schienen sich bei den Auftragseingängen zurückzuhalten und das Geschäft in den Schwellenländern scheine zu schwächeln, kommentierte Analyst James Moorman von S&P Capital IQ die Resultate. Im Sog der Cisco-Zahlen büssten die Aktien des ehemaligen Dow-Mitglieds Hewlett-Packard (HP) mehr als fünf Prozent ein.

An der Nasdaq-100-Spitze indes zogen die Aktien von Western Digital um 4,71 Prozent an. Der Hersteller von Festplattenlaufwerken hatte die Anleger mit einer unerwartet hohen Quartalsdividende überrascht.

Der Handelskonzern Wal-Mart konnte die Investoren zunächst nicht überzeugen. Vor allem der Konkurrenzkampf im Einzelhandel hatte dem US-Platzhirsch im dritten Quartal zu schaffen gemacht. Allerdings war der Gewinn je Aktie unerwartet hoch ausgefallen. Vor diesem Hintergrund machten die Aktien ihre frühen Verluste wett und legten um 0,23 Prozent zu.

Die Titel von Kohl’s aber sackten um rund acht Prozent ab und waren damit hinter Cisco der zweitschwächste Wert im S&P-500-Index. Der Einzelhändler hatte seine Prognose gekappt.

Die Titel von Office Depot zogen nach einen positiven Analystenkommentar um rund viereinhalb Prozent an. Die Papiere des Bürobedarfshändlers profitierten einem Börsianer zufolge von einer frischen Kaufempfehlung der Investmentbank Merrill Lynch. (awp/mc/upd/ps)

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