US-Schluss: Auf Rekordhoch – Laut Trump steht Teilabkommen fast

Boerse

New York – Die US-Börsen sind am Dienstag in neue Rekordhöhen vorgedrungen. Während die Gewinne zunächst nur minimal waren, zogen die wichtigsten US-Indizes gegen Handelsschluss deutlicher an. Auslöser waren aktuelle Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Handelskonflikt mit China. Ihm zufolge steht der Abschluss eines Teilabkommens unmittelbar bevor.

Der Dow Jones Industrial stieg kurz vor dem Handelsschluss bis auf den Höchststand von 28 146 Punkten. Mit plus 0,20 Prozent auf 28 121,68 Punkte beendete der Leitindex den Tag. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,22 Prozent auf 3140,52 Zähler und der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 0,17 Prozent auf 8385,75 Punkte vor.

«Wir sind in den letzten Geburtswehen eines sehr wichtigen Abkommens», sagte Trump im Weissen Haus. Die Gespräche liefen «sehr gut».

Im festgefahrenen Handelskonflikt der beiden weltgrössten Volkswirtschaften hatten beide Seiten allerdings schon häufiger Fortschritte gemeldet, ohne ein Abkommen geschlossen zu haben. Die Anleger reagierten in dieser Zeit bisher überwiegend optimistisch und liessen sich von der Taktik, vermeintliche Fortschritte scheibchenweise bekannt zu geben, nicht abschrecken. Allerdings agierten sie zunehmend zurückhaltend.

Unter den Einzelwerten stachen im Dow die Aktien des Pharmaherstellers Merck mit plus 1,9 Prozent als Spitzenwert hervor. Bei 87,44 US-Dollar erreichten sie wieder den höchsten Stand seit 2001. Die Papiere des Konkurrenten Pfizer büssten zugleich als einer der schwächsten Werte 1,0 Prozent ein. Merck erhielt mit Blick auf ein Impfstoff-Patent von Pfizer gegen Lungenentzündung eine zweite Chance. Der Streitfall wurde an die Patentprozess- und Beschwerdeinstanz zurückverwiesen.

Pharmawerte rückten noch aus einem anderen Grund in den Fokus der Investoren. Die Justizbehörden in den USA prüfen laut dem «Wall Street Journal» im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung, ob Pharmahersteller und Händler abhängig machender Opioide gegen das bundesweite Suchtmittelgesetz «Controlled Substances Act» verstossen haben. Damit würden die Firmen auf eine Stufe mit Drogendealern gestellt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider. Teva gingen daraufhin auf Talfahrt und büssten letztlich knapp 8 Prozent ein. Die Anteile von AmerisourceBergen, Cardinal Health und McKesson gaben um 3,1 bis knapp 5 Prozent nach.

Ansonsten standen einige Nachzügler der Berichtssaison im Blick. Der Elektronik-Händler Best Buy und der Sportartikelhändler Dick’s Sporting Goods überzeugten mit einem starken dritten Quartal und angehobenen Jahreszielen. Die Aktien von Best Buy legten daraufhin um rund 10 Prozent zu und die Anteile von Dick’s verbuchten sogar ein Plus von fast 19 Prozent, womit sie den höchsten Stand seit Mai 2017 erreichten. Der Billigwaren-Vertreiber Dollar Tree kappte hingegen seine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr, was den Aktien einen Verlust von etwas mehr als 15 Prozent einbrockte.

Für die Papiere von Hewlett Packard Enterprise ging es um 8,5 Prozent abwärts. Wegen einer schwachen Nachfrage nach Servern hatte das IT-Unternehmen die Umsatzerwartungen verfehlt.

Am US-Rentenmarkt gewannen zehnjährige Staatsanleihen 6/32 Punkte auf 100 4/32 Punkte und rentierten mit 1,74 Prozent. Der Euro stieg im späteren Handel wieder etwas und kostete zum Wall-Street-Schluss 1,1024 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1020 (Montag: 1,1008) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9074 (0,9084) Euro gekostet. (awp/mc/pg)

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