US-Schluss: Dow verliert 0,92% auf 16’925 Punkte

US-Schluss: Dow verliert 0,92% auf 16’925 Punkte

New York – Wieder stärker in den Vordergrund gerückte Konjunktursorgen haben den Dow Jones Industrial am Mittwoch unter die Marke von 17’000 Punkten gedrückt. Der US-Leitindex fiel bis zum Handelsende um 0,92 Prozent auf 16’924,75 Punkte, nachdem tags zuvor eine siebentägige Gewinnserie gerissen war. Der breit gefasste S&P 500 sank zur Wochenmitte um 0,47 Prozent auf 1994,24 Punkte und der technologielastige Index Nasdaq 100 büsste 0,14 Prozent auf 4346,92 Punkte ein.

In den USA waren die Umsätze des Einzelhandels im September nur leicht gestiegen. Der private Konsum als wesentliche Stütze der US-Konjunktur scheine einen Gang zurückgeschaltet zu haben, schrieb Analyst Bernd Krampen von der NordLB in einer Studie. Eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im Dezember werde daher unwahrscheinlicher.

Zudem wies die Fed in ihrem Konjunkturbericht auf die Belastungen durch den starken US-Dollar hin. Die amerikanische Wirtschaft ist laut dem sogenannten „Beige Book“ zwar weiter auf Wachstumskurs. In einigen Bezirken habe aber der starke Dollar die Aktivität in der Industrie und im Tourismussektor belastet.

Auf Unternehmensseite sorgte der Einzelhandelsriese Wal-Mart für Verstimmung. Dessen Aktien sackten als Schlusslicht im Dow Jones um 10 Prozent ab, nachdem der Konzern für das Geschäftsjahr 2017 einen Rückgang des Gewinns je Aktie angekündigt hatte.

Die Reaktionen auf Quartalsberichte aus der Finanzbranche fielen gemischt aus. Die grösste US-Bank JPMorgan enttäuschte die Erwartungen trotz eines Milliardengewinns. Dieser war aber vor allem geringeren Ausgaben zu verdanken gewesen. Der Kurs fiel um zweieinhalb Prozent. Die Papiere der Grossbank Wells Fargo sanken um 0,69 Prozent.

Bei der Bank of America honorierten die Anleger hingegen eine fortgesetzte Geschäftserholung mit einem Kursplus von 0,77 Prozent. Für die Aktien des grössten Vermögensverwalter der Welt, Blackrock , ging es nach einer besser als erwarteten Gewinnentwicklung um rund 2,33 Prozent nach oben.

Die Papiere von Intel schüttelten anfängliche Verluste ab und legten um 2,37 Prozent zu. Damit waren sie Tagessieger im Dow Jones. Zunächst hatten die Anleger enttäuscht auf die Quartalszahlen des Chipkonzerns reagiert. Der Umsatz des Halbleiter-Marktführers war im dritten Quartal praktisch auf Vorjahresniveau geblieben.

Rückenwind für die gesamte Halbleiterbranche lieferten aber Übernahmespekulationen. Die Papiere des Speicherchip-Herstellers Sandisk schossen um rund 11 Prozent nach oben; die des Halbleiterexperten Fairchild Semiconductor um 15,63 Prozent. Beide Unternehmen loten mit Hilfe von Investmentbanken ihren Verkauf aus, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise gemeldet hatte.

Die Aktien des Online-Reiseportals Tripadvisor stürmten nach der Ankündigung einer Kooperation mit dem Branchenkollegen Priceline um ein Viertel nach oben. Der Priceline-Kurs fiel um zweieinhalb Prozent.

Der Eurokurs stieg beflügelt von den schwachen Konjunkturdaten und den Aussagen im „Beige Book“ bis auf 1,1474 US-Dollar. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 18/32 Punkte auf 100 6/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,98 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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