US-Schluss: Schwach – Sorgen um Liquidität

US-Schluss: Schwach – Sorgen um Liquidität

New York – Die Enttäuschung über die geldpolitischen Signale der japanischen Notenbank hat den US-Aktienmarkt am Dienstag wie zuvor die Börsen in Asien und Europa belastet. Der Dow Jones Industrial sank letztlich um 0,76 Prozent auf 15.122,02 Punkte. Zwischenzeitlich konnte der Leitindex zwar knapp ins Plus drehen, doch dem Erholungsversuch ging schnell die Luft aus. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 1,02 Prozent auf 1.626,13 Punkte. An der technologielastigen Nasdaq-Börse rutschte der Auswahlindex Nasdaq 100 um ebenfalls 1,02 Prozent ab auf 2.959,84 Punkte.

Die Börsen sind bereits ziemlich abhängig von der Liquidität der Zentralbanken, sagte ein Marktteilnehmer. Aktuell habe für Katerstimmung schon ausgereicht, dass die japanische Notenbank nicht noch expansiver werden will. Die Bank of Japan hat sich zwar für eine Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik entschieden. Beobachter hatten jedoch darauf spekuliert, dass den heimischen Banken Liquidität für einen noch längeren Zeitraum als bisher zur Verfügung gestellt werden könnte. Als Bremse für den Aktienmarkt erwiesen sich zudem die Renditen von US-Staatsanleihen, die teilweise auf den höchsten Stand seit vierzehn Monaten kletterten. Hier zeigt sich die Sorge, die US-Notenbank Fed könnte ihre Anleihekäufe bereits auf der Sitzung in der kommenden Woche drosseln.

Im Dow konnten sich nur drei Werte den Verlusten entziehen, allen voran Aktien des Krankenversicherers UnitedHealth Group mit plus 0,39 Prozent. Boeing-Anteile gehörten mit minus 0,48 Prozent ebenfalls zu den stabileren Werten. Der Konzern erhöhte seinen Ausblick für die Gesamtnachfrage nach neuen Flugzeugen in den kommenden zwei Jahrzehnten. Glänzend wird es wohl vor allem bei Mittelstreckenmaschinen laufen, während der Hersteller für die ganz grossen Maschinen wie den A380 von Konkurrent Airbus sowie die Boeing 747 nun etwas weniger Bedarf als noch vor einem Jahr sieht. American Express waren Schlusslicht mit minus 2,25 Prozent.

Abseits des Leitindex zeigten sich die Papiere von Sprint Nextel gegen den Trend fest. Sie stiegen nach einem erhöhten Übernahmeangebot von SoftBank um 2,37 Prozent. Der japanische Internet- und Mobilfunkanbieter versucht, mit seiner auf 21,6 Milliarden Dollar aufgestockten Offerte den Vorstoss des Satelliten-TV-Betreibers Dish Network abzuwehren. Vor allem mit einer höheren Barkomponente sollen die Aktionäre überzeugt werden.

Deutlich nach unten ging es indes für US-Chiphersteller Texas Instruments. Die Aktien verloren 3,71 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Umsatz- und Gewinnziele für das laufende zweite Quartal eingegrenzt hat. Die Analysten liegen mit ihren Prognosen zwar im Zielbereich, bislang hatte Texas allerdings bei weiteren Spannen auch mehr Luft nach oben gelassen.

Apple gaben nach wechselhaftem Handel letztlich um 0,29 Prozent nach. Der Konzern wagt die bisher radikalste Veränderung der Bedienung von iPhone und iPad. Das Betriebssystem der beiden wichtigsten Geräte des Konzerns bekommt mit der neuen Version iOS 7 im Herbst nicht nur neue Funktionen, sondern auch eine deutlich aufgefrischte Optik. Es ist die erste grundlegende Umgestaltung eines Apple-Produkts seit dem Tod des Gründers Steve Jobs im Herbst 2011.

Der Euro kämpfte im New Yorker Handel weiter um die Marke von 1,33 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3315 Dollar gehandelt. Am Rentenmarkt kam es nach anfänglichen Verlusten und teils höchsten Renditen seit vierzehn Monaten zu einer moderaten Erholung. Richtungweisende zehnjährigen Staatsanleihen legten 7/32 zu auf 96 3/32 Punkte. Sie rentierten entsprechend mit 2,19 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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