US-Schluss: Kurseinbruch nach Eurphorie

US-Schluss: Kurseinbruch nach Eurphorie

New York – Die Hochstimmung an der Wall Street währte nur einen Tag: Am Donnerstag war die Ernüchterung an den US-Aktienmärkte um so grösser. Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft brockte dem Dow Jones Industrial den grössten prozentualen Tagesverlust seit Februar ein. Noch zur Wochenmitte hatte der Leitindex, beflügelt von der Aussicht auf eine anhaltend lockere US-Geldpolitik, den grössten Gewinn in diesem Jahr hingelegt. Angesichts der anhaltenden Sorgen um die Stärke des globalen Wirtschaftswachstums aber sei dieser Kurssprung übertrieben gewesen, meinten Börsianer. Deshalb hätten die Anleger nun lieber Kasse gemacht.

Der Dow Jones Industrial verlor 1,97 Prozent auf 16 659,25 Punkte. Dies war bereits die dritte heftige Kurschwankung hintereinander, nachdem das Börsenbarometer am Dienstag deutliche 1,60 Prozent eingebüsst hatte. Der marktbreite S&P-500-Index sackte am Donnerstag um 2,07 Prozent auf 1928,21 Punkte ab. An der Technologiebörse Nasdaq büsste der Auswahlindex Nasdaq 100 1,78 Prozent auf 3969,32 Punkte ein.

Aktuell überwiegt Börsianern zufolge wieder die Furcht, dass das schwächelnde Wachstum in Europa auch die US-Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte, wenn die US-Notenbank Fed ihre konjunkturstützenden Anleihekäufe beende. Anlass zu Sorge gab das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute: Demzufolge werden Aussichten für die grösste Volkswirtschaft Europas trüber.

Als weiterer Belastungsfaktor kam hinzu, dass der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, weiterhin im ersten Quartal 2015 eine erste Leitzinserhöhung erwartet. Im Gegensatz zu Bullard rechnen die Märkte erst Mitte 2015 mit einem solchen Schritt. Bullard galt bislang als ein Vertreter, der eine Durchschnittsmeinung im geldpolitischen Ausschuss der US-Notenbank vertritt.

Die am Vorabend nach US-Börsenschluss präsentierten Quartalszahlen von Alcoa gerieten in den Hintergrund. Der vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Aluminiumproduzent hatte zwar wie immer die US-Berichtssaison eingeläutet und mit seinem Zahlenwerk positiv überrascht. Die Aktien konnten jedoch in dem trüben Umfeld ihre anfänglichen Gewinne nicht behaupten und büssten am Ende mehr als vier Prozent ein.

An diesem Donnerstag stand nun unter anderem der Getränke- und Snack-Hersteller PepsiCo mit Zahlen im Fokus. Das dritte Quartal des Coca-Cola-Rivalen fiel besser als erwartet aus. Dabei zahlten sich vor allem Preiserhöhungen aus. Zusammen mit einer Anhebung der Jahresprognose für den Gewinn je Aktie verhalf dies den Titeln zu einem Minus von lediglich 0,39 Prozent. Die Papiere von Coca-Cola verloren rund anderthalb Prozent.

Die Aktien des Bekleidungsherstellers Gap hingegen brachen am Ende des S&P 500 um mehr als zwölf Prozent ein. Als Gründe machten Händler den Rücktritt des Vorstandschefs sowie enttäuschende Umsätze für den Monat September aus. Auch bei Advanced Micro Devices (AMD) sorgte ein Wechsel in der Vorstandsetage nur wenige Tage vor Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für einen deutlichen Kursdämpfer. Die Papiere des Halbleiterkonzerns sackten um rund zehn Prozent ab.

Im Dow schlossen alle Aktien im Minus. Schlusslicht waren die konjunktursensiblen Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar mit einem Abschlag von 3,26 Prozent. (awp/mc/upd/pg)

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