US-Schluss: Dow verliert 1,66% auf 16’102,38 Punkte

US-Schluss: Dow verliert 1,66% auf 16’102,38 Punkte

New York – Mit dem US-Arbeitsmarktbericht haben sich die Anleger am Freitag nicht anfreunden können. Statt der erhofften klaren Signale für die künftige Geldpolitik in den USA boten die Daten ein gemischtes Bild, das der US-Notenbank weder eindeutige Argumente für noch gegen eine Zinswende gibt.

Die an der Börse so verhasste Unsicherheit liess den Dow Jones Industrial zwischenzeitlich um über 2 Prozent abtauchen. Dank einer leichten Erholung im späten Handel verlor der US-Leitindex vor dem feiertagsbedingt langen Wochenende letztlich noch 1,66 Prozent auf 16’102,38 Punkte. Auf Wochensicht büsste er damit 3,25 Prozent ein.

Auch S&P-500-Index und Nasdaq 100 zeigten sich schwach: Der marktbreite S&P verlor 1,53 Prozent auf 1921,22 Punkte und für den technologielastige Auswahlindex ging es um 1,18 Prozent abwärts auf 4184,72 Punkte.

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im August zwar weiter erholt, allerdings auch etwas schwächer als in den Monaten zuvor. Ausserhalb der Landwirtschaft kamen 173 000 Arbeitsplätze hinzu. Das waren weniger als Experten erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote ging derweil weiter zurück.

Die Börsianer lässt der Bericht mit Blick auf die erwartete Zinswende weiter im Ungewissen: «Der Arbeitsmarktbericht ist ziemlich gemischt ausgefallen und kann dafür verwendet werden, sowohl für als auch gegen eine Zinserhöhung zu plädieren», heisst es in einer Studie des Analysehauses Capital Economics. «Nach den Daten sind wir nicht viel schlauer als zuvor», sagte auch Devisenexpertin Thu-Lan Nguyen von der Commerzbank.

Schwächster Dow-Wert waren die Papiere von DuPont mit einem Abschlag von 3,88 Prozent. Die Aktien des Chemiekonzerns fielen ohne Neuigkeiten in Richtung ihres Tiefststandes seit März 2013 zurück, den sie in der Vorwoche erreicht hatten. Noch vergleichsweise gut hielten sich Boeing mit minus 0,96 Prozent.

Caterpillar verloren am zweiten schwachen Tag in Folge 1,81 Prozent. Die Experten der Investmentbank Robert W. Baird strichen ihre Empfehlung für die Papiere des Baumaschinenherstellers. Die im Mai zugrunde gelegte These, dass sich die Rohstoffpreise erholen, verliere an Substanz, hiess es. Viele Kunden des Konzerns stammen aus der Rohstoffbranche.

Für die Papiere von Joy Global sind die Baird-Experten weiter optimistisch, halbierten jedoch ihr Kursziel. Die Aktien des Herstellers von schwerem Gerät für die Minenbranche waren tags zuvor nach einer Prognosesenkung um fast 15 Prozent eingebrochen und gaben nun weitere 1,43 Prozent ab.

Netflix fielen um 2,25 Prozent. Der Video-Streamingdienst plant auch nach dem Vorstoss des Rivalen Amazon keine Download-Funktion für seine Nutzer. «Ich glaube immer noch nicht, dass es ein attraktives Konzept ist», sagte Netflix-Produktchef Neil Hunt am Rande der Technik-Messe IFA in Berlin.

Nach kräftiger Tagesschwankung hat sich der Euro am Freitag letztlich bei 1,1150 US-Dollar stabilisiert. Nach dem widersprüchlichen US-Arbeitsmarktbericht war er zunächst bis auf ein Tageshoch von 1,1189 US-Dollar angesprungen, kurz darauf aber bis auf 1,1089 Dollar abgerutscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1138 (Donnerstag: 1,1229) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8978 (0,8906) Euro. Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen 10/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte und rentierten mit 2,12 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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