US-Schluss: Vorsicht vor Zinsentscheid – Rekord für S&P 500

Boerse

New York – Die Anleger am US-Aktienmarkt sind am Dienstag vorsichtig geblieben. Dennoch gelang es dem S&P 500 , mit kleinen Schritten auf ein Rekordhoch zu klettern. Laut Analyst Michael Hewson von CMC Markets warten die Anleger auf den an diesem Mittwoch anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank. Gehofft wird auf die dritte Zinssenkung in Folge, was auch Enttäuschungspotenzial birgt.

Der Dow Jones Industrial, der zu Wochenbeginn die 27 000-Punkte-Marke zurückerobert hatte, ging mit einem Minus von 0,07 Prozent auf 27 071,42 Punkte aus dem Tag. Der S&P 500 hatte bei 3047,87 Punkten kurzzeitig seinen am Montag erreichten Höchststand getoppt. Den Handel beendete der den breiten Markt widerspiegelnde US-Index dann aber doch mit minus 0,08 Prozent auf 3036,89 Punkte.

Der Nasdaq-Auswahlindex 100 verlor 0,78 Prozent auf 8047,51 Punkte, nachdem er am Montag auf einen Höchststand geklettert war. Ausgelöst worden waren die Kursgewinne am Vortag durch Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, dass ein wichtiger Teil des angestrebten Handelsabkommens mit China wohl schon vorzeitig Mitte November unterzeichnet werden könnte. Am Markt hiess es dazu nun: Für weitere Aufwärtsimpulse aus dieser Richtung seien nun aber Tatsachen erforderlich.

Unternehmensseitig bewegte die Berichtssaison. Schwach zeigten sich hier die Aktien des Technologie-Giganten Alphabet mit einem Abschlag von etwas mehr als 2 Prozent im Nasdaq-Auswahlindex. Die Google-Mutter hatte im vergangenen Quartal ihr Geschäft zwar deutlich ausgebaut, die Gewinnerwartungen von Experten aber verfehlt. Schlusslicht war indes die Aktie von Tesla mit minus 3,5 Prozent. Der Elektroautohersteller hatte auf seinem Heimatmarkt einen kräftigen Umsatzdämpfer im dritten Quartal verzeichnet.

Apple büssten am Dow-Ende 2,3 Prozent ein. Der iPhone-Hersteller wird seine Quartalsbilanz am Mittwoch nach Börsenschluss vorlegen. Die Papiere der Pharmakonzerne Merck und Pfizer nahmen die Spitzenplätze im US-Börsenbarometer ein. Die Anteile von Merck & Co stiegen um 3,5 Prozent und die des Konkurrenten Pfizer um 2,5 Prozent. Beide hatten ein starkes drittes Quartal verzeichnet und sind nun optimistischer für das Gesamtjahr. Auch General Motors überzeugte mit seinem Zahlenwerk. Die Papiere des Autobauers legten an der Spitze des S&P 100 um 4,3 Prozent zu.

Zahlen gab es auch von Beyond Meat. Doch obwohl diese positiv beurteilt wurden, sackten die Papiere um rund 22 Prozent auf 81,99 US-Dollar ab. Bernstein-Analystin Alexia Howard verwies auf die auslaufende Haltefrist für die Altaktionäre nach dem Börsengang. Im Mai war der Hersteller von Fleischersatzprodukten zu 25 Dollar je Aktie an die Börse gegangen. Nach einem Rekordhoch bei etwas unter 240 Dollar wurden die Anleger aber zunehmend vorsichtiger, viele begannen Gewinne einzustreichen.

Einen noch düstereren Handelstag hatten die Aktionäre des Online-Essenslieferanten Grubhub zu verkraften. Die Papiere brachen um etwas mehr als 43 Prozent ein, nachdem das Unternehmen mit seinen Quartalsergebnissen enttäuscht und seine Umsatzprognose für das Schlussquartal gesenkt hatte. Zahlreiche Analysten stuften die Aktie daraufhin ab. Händler verwiesen unter anderem darauf, dass die Experten der Bank of America, die Grubhub bislang zum Kauf empfohlen hätten, nun sogar zum Verkauf rieten.

Am Markt für US-Staatsanleihen legten richtungweisende zehnjährige Bonds um 2/32 Punkte auf 98 4/32 Punkte zu. Ihre Rendite betrug 1,83 Prozent. Der Eurokurs überwand im US-Handelsverlauf wieder die Marke von 1,11 Dollar und wurde zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,1111 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1095 (Montag: 1,1087) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,9013 (0,9020) Euro gekostet. (awp/mc/ps)

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