US-Eröffnung: Fest – Hoffnung auf Eurozonen-Lösung

US-Eröffnung: Fest – Hoffnung auf Eurozonen-Lösung

New York – Nach der trendlosen Wochenmitte hat die Wall Street ihren Anstieg am Donnerstag fortgesetzt. Börsianer machten überwiegend gute Unternehmenszahlen und die Hoffnung auf positive Impulse vom Euro-Gipfel als Gründe aus. Davon angetrieben gewann der US-Leitindex Dow Jones Industrial in der ersten Handelsstunde 1,20 Prozent auf 12.723,09 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte gar um 1,36 Prozent auf 1.343,87 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq gewann der Auswahlindex Nasdaq 100 1,20 Prozent auf 2.416,41 Punkte. Der marktbreitere Composite-Index legte um 1,16 Prozent zu auf 2.846,95 Punkte.

Allen voran habe Morgan Stanley mit seinem Bericht für gute Stimmung gesorgt, hiess es, aber auch der AT&T-Bericht wirke positiv. Zudem könnte der Krisengipfel der Euroländer mit einem möglichen neuen Rettungsprogramm für Griechenland die Märkte beruhigen. Positiv wirkte kurz nach dem Auftakt auch das unerwartet deutlich aufgehellte Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Juli. Der entsprechende Index war von minus 7,7 Punkten im Vormonat auf plus 3,2 Punkte gestiegen. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg auf plus 2,0 Punkte gerechnet. Die Warnung der Ratingagentur S&P, die Kreditwürdigkeit der USA mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent innerhalb von drei Monaten abzustufen, wurde gut weggesteckt.

Die Aktien der US-Bank Morgan Stanley sprangen um 5,76 Prozent an. Die Investmentbank hatte fette Geschäfte trotz aller Sorgen um überbordende Staatsschulden in Europa und den USA gemacht. Nicht mal dem sonst so erfolgreichen Erzrivalen Goldman Sachs war dies im zweiten Quartal gelungen. Für das Anleihegeschäft hatte Morgan Stanley sogar einen Allzeit-Rekord gemeldet.

Titel von AT&T legten nach Zahlen um 1,12 Prozent zu. Der Telekommunikationsriese wird nicht müde, die Vorzüge der Übernahme des kleineren Mobilfunk-Rivalen T-Mobile USA herauszustreichen. Zusammen könnten die Netze schneller ausgebaut werden, führte Konzernchef Randall Stephenson aus. Das gut laufende Mobilfunk-Geschäft hatte die anhaltenden Rückgänge im Festnetz-Geschäft mehr als ausgleichen können. American Express gewannen nach einer positiven Gewinnüberraschung 1,54 Prozent.

Intel-Papiere verzeichneten dagegen als einziger Dow-Wert Verluste – ein Minus von 1,33 Prozent. Der weltgrösste Halbleiter-Konzern hatte zwar zum fünften Mal hintereinander ein Rekordgeschäft einfahren und mit den Zahlen die Analystenprognosen übertreffen können. Seine Wachstumserwartungen für den PC-Markt hatte das Unternehmen aber gebremst, was die Stimmung eintrübe.

Ebay legten indes um 3,95 Prozent zu, nachdem vorbörslich noch Verluste verzeichnet werden mussten. Hohe Kosten im Zusammenhang mit dem im März getätigten Kauf des Onlinehandels-Dienstleisters GSI hatten das Ergebnis deutlich gedrückt.

Einen besonders grossen Kurssprung verzeichneten mit 12,85 Prozent die Aktien der MedcoHealth Solutions wegen neuen Übernahmeplänen. Der US-Pharmadistributeur Express Scripts will den Gesundheits-Dienstleister für 29,1 Milliarden US-Dollar kaufen. (awp/mc/upd/ps)

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