US-Eröffnung: Verhalten positiver Start

US-Eröffnung: Verhalten positiver Start

New York – Die Wall Street hat sich am Dienstag nach uneinheitlichen Impulsen verhalten positiv entwickelt. Der Hoffnung auf neue Schützenhilfe der US-Notenbank (Fed) und eine Lösung für die Schuldenprobleme Griechenlands standen die Senkung der Kreditwürdigkeit Italiens durch die Ratingagentur Standard & Poor’s und durchwachsenen Zahlen vom US-Immobilienmarkt gegenüber.

Der Leitindex Dow Jones Industrial stand gut eine Dreiviertelstunde nach dem Handelsstart 0,05 Prozent höher bei 11.406,65 Punkten. Nach einer fünftägigen Gewinnserie hatte der US-Leitindex am Montag zwar knapp ein Prozent verloren, damit aber seine Verluste bis zur Schlussglocke mehr als halbiert. Der breiter gefasste S&P 500 stieg am Dienstag um 0,09 Prozent auf 1.205,13 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq legte der Composite-Index um 0,16 Prozent auf 2.616,93 Punkte zu. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,22 Prozent auf 2.313,88 Punkte.

Die meisten Experten gehen zwar davon aus, dass die Fed auf ihrer bis zum Mittwoch dauernden Zinssitzung das Volumen ihrer Anleihenkäufe konstant halten wird. Änderungen aber werden sich eventuell in der Struktur ihres Portfolios ergeben: So könnten die Währungshüter Erlöse aus fälligen Wertpapieren vermehrt in langlaufende Staatstitel investieren und damit versuchen, die Langfristzinsen noch stärker zu senken. Eine wesentliche Senkung der Arbeitslosenquote dürfte sie damit aber nicht erreichen, meinten Volkswirte.

Die Aussicht auf positive Signale aus der USA überlagerte die jüngsten Nachrichten zur europäischen Schuldenkrise. So hatte einerseits die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Zum anderen aber hatte ein Sprecher des Athener Aussenministeriums der Nachrichtenagentur dpa am späten Montagabend gesagt, dass die mit Spannung erwarteten Gespräche zwischen der «Troika» aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank und dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos «gut gelaufen» seien. Nach Angaben des Ministeriums und der EU-Kommission sollen die Unterredungen an diesem Abend fortgesetzt werden. Vor dem US-Handelsstart wurde zudem bekannt, dass in den USA die Zahl der Baubeginne im August deutlicher als erwartet gesunken war, wogegen die Baugenehmigungen überraschend zugelegt hatten.

Grössere Kursbewegungen gab es bei Einzeltiteln kaum. Bei den Finanzwerten, die angesichts der Nachrichten-Gemengelage einmal mehr im Fokus standen, gewannen JPMorgan 0,06 Prozent auf 32,51 US-Dollar. Für Bank of America ging es dagegen um 0,43 Prozent auf 6,96 Dollar nach unten. Indes legten die Titel von Travelers um 1,80 Prozent auf 50,80 Dollar zu, nachdem Goldman Sachs diese gleich um zwei Stufen hochgestuft hatte und nun statt einer Verkaufs- eine Kaufempfehlung ausspricht.

Die Apple-Titel verteuerten sich um 1,33 Prozent auf 417,09 Dollar. Während auf dem Rest des Planeten die Sorge um eine erneute Rezession umgeht und die Aktienkurse oft unter Druck stehen, hatten die Apple-Papiere bereits am Montag einen Höchststand erklommen. Apple ist damit das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt noch vor dem langjährigen Spitzenreiter, dem US-Ölmulti ExxonMobil . Allerdings trübte zuletzt ein Bericht etwas die Stimmung, dem zufolge der Kampf zwischen Apple und Samsung Electronics aus Südkorea um die Marktvorherrschaft bei Smartphones und Tablet-Computern weiter ausufert. In ihrem weltweit geführten Streit um Schutzrechte ihrer Produkte erwägt Samsung nun, eine Verfügung gegen die Einführung des neuen iPhone 5 von Apple zu beantragen, wie die südkoreanische Zeitung «Maeil Business» berichtete.

Unter den weiteren Technologiewerten stiegen die Papiere von Google um 0,53 Prozent auf 549,58 Dollar. Der Internetkonzern gab den US-weiten Startschuss für seinen Dienst namens «Wallet». Damit können Besitzer eines Smartphones ohne Bares oder Karte bezahlen. (awp/mc/pg)

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