US-Eröffnung: Verluste

US-Eröffnung: Verluste

New York – Die US-Aktienbörsen sind am Freitag wegen schwach ausgefallener Daten zum Bruttoinlandsprodukt mit Verlusten in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Dow Jones Industrial verlor 0,56 Prozent auf 12.662,92 Punkte. Damit scheint der Leitindex der US-Börsen nach einem Plus von 2,40 Prozent in der Vorwoche auf den ersten Wochenverlust im neuen Jahr zuzusteuern. Der S&P 500 gab 0,33 Prozent auf 1.314,07 Punkte ab. An der Technologiebörse Nasdaq hingegen legten die Indizes gering zu: Der Composite-Index lag im Plus mit 0,07 Prozent bei 2.807,13 Punkten und der Nasdaq 100 stieg um ebenfalls 0,07 Prozent auf 2.456,46 Punkte.

Die US-Wirtschaft war im Schlussquartal 2011 etwas schwächer gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent, während Volkswirte mit einer Rate von 3,0 Prozent gerechnet hatten. Ein New Yorker Fondsmanager kommentierte daraufhin, die Bereitschaft der US-Zentralbank Fed zur fortgesetzten Niedrigzinspolitik könne auch in der Erwartung einer schwächeren Konjunktur begründet liegen.

Das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für Januar war hingegen etwas besser ausgefallen als die Erstschätzung, konnte die Kurse aber nicht nachhaltig stützen. Den zweiten Tag in Folge bekamen die Märkte damit Gegenwind von der sich zuletzt bessernden US-Wirtschaft. Am Vortag hatten der Immobilienmarkt und Daten vom Arbeitsmarkt die Kurse gedrückt.

Der Autopionier Ford hat Probleme auf seinen Auslandsmärkten, insbesondere in Europa. Die starke Konkurrenz und Überkapazitäten machen dem US-Autobauer in Übersee zu schaffen. Zwar verdiente der Konzern insgesamt deutlich mehr als noch vor einem Jahr, doch verfehlte er mit unter dem Strich 13,6 Milliarden Dollar (10,4 Mrd Euro) im vierten Quartal die Erwartungen von Analysten. Die Papiere gaben 3,06 Prozent nach, nachdem sie in diesem Jahr bereits rund 19 Prozent gewonnen hatten.

Der zweitgrösste US-Energiekonzern Chevron musste im Schlussquartal trotz gestiegener Ölpreise einen Dämpfer einstecken: Der Gewinn ging um rund vier Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zurück. Der Raffineriebetrieb hatte das Ergebnis mit Verlusten belastet. Die Aktie des Unternehmens verlor zuletzt 2,81 Prozent.

Bei Procter & Gamble ist der Gewinn wegen der Schwäche seines Geschäfts mit Friseurprodukten sowie hoher Rohstoffpreise eingebrochen. Ausserdem lasteten Abschreibungen auf dem Ergebnis. Die Aktien des US-Konsumgüterkonzerns verloren 0,49 Prozent.

Honeywell International hatte die Umsatzerwartungen von Analysten verfehlt, überzeugte aber mit dem vorgelegten Ergebnis. Die Anteile des Mischkonzerns stiegen um 0,31 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen unter anderem wegen der Nachfrage von Flugzeugbauern seinen Umsatz um 13 Prozent auf 36,5 Milliarden Dollar gesteigert, im Schlussquartal allerdings hatten Pensionskosten zu einem Verlust geführt.

Auf Unternehmensseite bewegte neben Quartalszahlen auch ein Übernahmeangebot: Eastman Chemical will den Konkurrenten Solutia für 4,7 Milliarden US-Dollar kaufen. Während Eastman-Papiere um 6,13 Prozent zulegten, schossen Solutia-Titel um 40 Prozent nach oben. (awp/mc/pg)

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