US-Schluss: Dow gibt zum dritten Mal in Folge nach

US-Schluss: Dow gibt zum dritten Mal in Folge nach

New York – Der Dow Jones Index hat am Mittwoch zum dritten Mal in Folge im Minus geschlossen. Als Belastungsfaktor nannten Börsianer vor allem die wieder aufgeflammten Sorgen um die europäische Schuldenkrise. So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, dass die Krise nicht mit «dem einen Befreiungsschlag» zu lösen sei. «Es gibt keine einfachen und schnellen Lösungen», gab sie in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag zu den Ergebnissen des EU-Gipfels in der vergangenen Woche zu Protokoll. Ferner hatte das hochverschuldete Euro-Land Italien erneut nur zu erhöhten Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt einsammeln können.

Der US-Leitindex sank um 1,10 Prozent auf 11.823,48 Punkte. Auf Jahressicht steht damit aber immer noch ein Plus von mehr als 2 Prozent zu Buche. Der S&P 500 fiel am Mittwoch um 1,13 Prozent auf 1.211,82 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 1,55 Prozent auf 2.539,31 Punkte, während der Auswahlindex Nasdaq 100 um 1,56 Prozent auf 2.233,03 Punkte nachgab.

Schlechte Nachrichten kamen aus dem Solarsektor. First Solar senkte bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Prognose. Statt eines Gewinns von 6,60 bis 7,50 US-Dollar je Aktie kalkuliert der Solarmodul-Hersteller nun nur noch mit 5,75 bis 6,00 Dollar je Anteilsschein. Als Grund für die abermals pessimistischere Prognose nannte das im US-Bundesstaat Arizona ansässige Unternehmen Verzögerungen bei Projekten im Systemgeschäft wegen des Wetters und anderer nicht näher genannter Faktoren. Für das kommende Jahr rechnen Gründer und Interims-Vorstandschef Mike Ahearn mit keiner schnellen Besserung. Anleger schickten die Aktien daraufhin auf Talfahrt. Der Kurs brach um 21,42 Prozent auf 33,45 Dollar ein.

Solarwerte stehen seit Längerem unter Druck. In Deutschland sorgte zuletzt die Pleite von Solon für Aufsehen. Der massive Preisverfall vor allem wegen der Konkurrenz aus China macht der gesamten Branche schwer zu schaffen.

Zu den grössten Verlierern im Dow zählten die als besonders konjunktursensibel geltenden Aktien von Industrie- und Technologieunternehmen. So fielen am Indexende die Papiere des Baumaschinenherstellers Caterpillar um 4,37 Prozent auf genau 87,00 Dollar, obwohl er seinen Ausblick für das laufende Jahr bekräftigt hatte. Die Titel des weltgrössten Netzwerkausrüsters Cisco Systems büssten 2,65 Prozent ein.

Chevron-Aktien gaben als zweitschwächster Dow-Wert um 2,98 Prozent auf 100,53 Dollar nach. Die brasilianische Regierung hatte den Konzern aufgefordert, alle Aktivitäten in dem grössten lateinamerikanischen Land vorläufig einzustellen und eine milliardenschwere Strafe zu zahlen. Seit dem Austritt tausender Barrel Öl vor der Küste Brasiliens Mitte November steht der Konzern massiv in der Kritik.

Die Titel des Wettbewerbers ExxonMobil sanken um 1,35 Prozent. Für die Papiere des Ausrüsters Halliburton ging es um 2,70 Prozent nach unten. Die Branchenaktien litten unter dem Anstieg des Dollar, der Ölexporte verteuert.

Die Anteilsscheine des Minenausrüsters Joy Global sackten um mehr als 10 Prozent ab. Die jüngsten Gewinn-und Umsatzzahlen hatten die Analystenschätzungen verfehlt. (awp/mc/ps)

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