US-Schluss: Fester – China und Konjunktur stützen

US-Schluss: Fester – China und Konjunktur stützen

New York – Nach einem Feiertag ist der US-Aktienmarkt am Dienstag mit Gewinnen in die Handelswoche gestartet. Die Herabstufung europäischer Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor’s vom Freitag hatten die Märkte Händlern zufolge bereits verarbeitet. Angesichts der Hoffnung auf eine expansivere Geldpolitik in China und neuem Optimismus hinsichtlich der Weltwirtschaft konnten die Aktien in New York zulegen. Nach festem Beginn lag der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum Schluss 0,48 Prozent höher bei 12.482,07 Punkten. Der S&P-500-Index stieg um 0,36 Prozent auf 1.293,67 Punkte.

Auch an der Technologiebörse Nasdaq ging es nach oben: Der Composite-Index legte um 0,64 Prozent auf 2.728,08 Punkte zu und der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 0,90 Prozent auf 2.393,24 Punkte vor.

China bewege sich mehr und mehr auf eine Politik grösserer Stimulation zu, sagte ein Währungsstratege in New York. Das Wirtschaftswachstum in China war nach Angaben des Statistikamts in China auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gefallen. Wegen eines geringeren Inflationsdrucks und wegen der «düsteren» Aussichten für die Exportindustrie hatten sich Spekulationen verdichtet, wonach die chinesische Regierung den Geldhahn doch wieder etwas aufdrehen könnte. Zudem bestärkten einem Marktstrategen zufolge «weit besser als erwartete» Konjunkturdaten aus den USA und Deutschland den Optimismus hinsichtlich der Weltwirtschaft. Auch die Auktionen von Staatsschulden in Spanien und der Geldmarktpapiere des EFSF stützten. Der Markt sei den Ratingagenturen voraus, hiess es weiter.

Im Fokus der Banken standen vor allem Bankenwerte. Die Citigroup enttäuschte mit ihrem Zahlenwerk wegen Belastungen durch die Schuldenkrise. Die Papiere sackten um 8,10 Prozent auf 28,25 US-Dollar ab. Die Finanzmarkt-Turbulenzen hatten das Investmentbanking-Geschäft der Citigroup im vierten Quartal in die roten Zahlen gerissen. Insgesamt ging der Gewinn im Vorjahresvergleich um rund 11 Prozent zurück auf 1,2 Milliarden Dollar (940 Mio Euro). Die Aktien von Goldman Sachs – die Bank will am Mittwoch ihre Zahlen vorlegen – schlossen um 1,29 Prozent tiefer bei 97,68 Dollar. Die Titel von JPMorgan fielen mit minus 2,81 Prozent auf 34,91 Dollar an das Ende des Leitindex Dow.

Konkurrent Wells Fargo hingegen fuhr trotz des schwachen Umfelds ein Rekordergebnis ein. Von Januar bis Dezember verdiente das Institut unterm Strich 15,9 Milliarden Dollar und damit 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Schuldenkrise lässt Wells Fargo weitgehend kalt, weil sich die Bank auf das Privatkundengeschäft konzentriert und vergleichsweise wenig Investmentbanking betreibt. Nach anfänglichen starken Kursgewinnen geriet aber auch die Aktie der Kalifornier etwas in Mitleidenschaft: Am Ende verbuchte das Papier jedoch noch ein Kursplus von 0,68 Prozent auf 29,81 Dollar.

Die Aktien von Kraft Foods legten um 0,95 Prozent auf 38,13 Dollar zu. Der Lebensmittelmulti spaltet sich in zwei eigenständige Firmen auf, was in den USA 1.600 Jobs kosten wird, wie das Unternehmen mitteilte. Zudem meldete das Unternehmen vorläufige Zahlen: Der Konzernumsatz von 49,2 Milliarden Dollar im Jahr 2010 wurde 2011 um 10 Prozent gesteigert. Allerdings haben die Kosten für die Eingliederung des übernommenen britischen Süsswarenherstellers Cadbury sowie die Vorbereitungen für die Aufspaltung das Ergebnis je Aktie um rund 20 Prozent auf etwa 1,95 Dollar schmelzen lassen.

Nachdem die Aktien des Kreuzfahrt-Spezialisten Carnival wegen des Unglücks des Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» bereits am Vortag in London eingebrochen waren, rutschten die Papiere auch im New Yorker Handel deutlich ab. Um 13,65 Prozent ging es auf 29,60 Dollar nach unten.

Die Aktien des Filmstudios Lions Gate hingegen konnten nach der Übernahme der Produktionsfirma Summit Entertainment 3,95 Prozent auf 8,94 Dollar zulegen. Das Studio mit erfolgreichen Fernsehserien wie etwa «Mad Men»zahlt für den Produzenten der «Twilight»-Kinofilme 412,5 Millionen Dollar. Mit dem Kauf schliessen sich zwei der grössten unabhängigen Filmstudios Hollywoods zusammen.

Der Elektroautohersteller Tesla schob sich mit Kursgewinnen von 16,72 Prozent auf 26,60 Dollar an die vorderen Plätze der Kurstafel. Die Ankündigung des Konzerns, dass die Entwicklung des Modells «S» im Plan liege, erfreute die Anleger.

Titel von Compuware stürzten um 9,54 Prozent auf 7,49 Dollar in die Tiefe. Der Anbieter von Unternehmenssoftware kappte seine Jahresprognose und erwartet statt bisher 47 Cent Gewinn je Aktie nur noch maximal 42 Cent. Die Aktien der Billigfluglinie Spirit gaben 5,53 Prozent auf 14,19 Dollar ab. Das Unternehmen will 11 Millionen eigene Aktien verkaufen, die rund 15 Prozent der frei verfügbaren Anteile ausmachen. (awp/mc/ps)

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