US-Schluss: Schwach

US-Schluss: Schwach

New York – Die Kritik der Ratingagentur Moody’s an den Ergebnissen des jüngsten EU-Gipfels hat die US-Börsen am Montag belastet. Die Marktbeobachter hatten sich unzufrieden mit den Beschlüssen von Ende vergangener Woche gezeigt. Die geplanten Massnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise gehen der Agentur nicht weit genug. Vor allem gebe es keine kurzfristigen Massnahmen zur Stabilisierung der angespannten Kreditmärkte. Für einen weiteren Wermutstropfen sorgte zudem Intel. Der weltgrösste Chiphersteller nahm seine Umsatzschätzungen für das vierte Quartal zurück.

Der Dow Jones Industrial sank um 1,34 Prozent auf 12.021,39 Punkte. Auf Jahressicht jedoch verbuchte das weltweit bekannteste Börsenbarometer damit immer noch ein Plus von fast 4 Prozent. Der S&P 500 fiel am Montag um 1,49 Prozent auf 1.236,47 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 1,31 Prozent auf 2.612,26 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 1,14 Prozent nach auf 2.292,24 Punkte.

Die Titel von Intel mussten im Dow deutliche Abschläge hinnehmen und fielen um 4,04 Prozent auf genau 24,00 US-Dollar. Die Engpässe bei Computer-Festplatten nach den schweren Überschwemmungen in Thailand schneiden auch dem weltgrössten Chip-Hersteller ins Fleisch. Intel musste seine Umsatzprognose für das laufenden Quartal gleich um eine Milliarde Dollar kappen. Da die PC-Bauer weniger Computer produzieren können, ordern sie auch weniger Prozessoren, die das Herzstück eines jeden Rechners sind.

Auch andere Technologiewerte verloren an Wert. So sanken die Aktien des Netzwerkausrüsters Cisco Systems um 1,85 Prozent auf 18,53 Dollar. Die Anteilsscheine von United Technologies fielen um 2,40 Prozent.

In dem trüben Umfeld mussten ferner die konjunktursensiblen Finanzwerte starke Einbussen hinnehmen. So verloren Bank of America 4,72 und JPMorgan 3,44 Prozent.

Die Aktien von Boeing gaben um relativ marktkonforme 1,43 Prozent auf 70,90 Dollar nach. Der führende amerikanische Flugzeugbauer hatte einen Grossauftrag einer arabischen Fluglinie gemeldet. Etihad Airways bestellte zehn Langstreckenjets vom Typ 787 «Dreamliner» und zwei Frachtmaschinen. Laut Listenpreis hat der Auftrag ein Volumen von 2,8 Milliarden Dollar. Zudem hebt Boeing seine Quartalsdividende an. Die Aktionäre sollen nun 44 US-Cent je Aktie erhalten.

Die geplante Übernahme der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile USA durch den US-Branchenriesen AT&T verzögert sich indes. Die zuständige Richterin Ellen Segal Huvelle gab dem Antrag der beiden Telekomkonzerne statt, die für Donnerstag geplante Anhörung abzusagen und den für Februar vorgemerkten Gerichtstermin auszusetzen. Die beiden Konzerne brauchen AT&T zufolge mehr Zeit, um ihre Optionen auszuloten. Die amerikanischen Wettbewerbsbehörde FCC hatte massive Bedenken gegen die 39 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro) schwere Übernahme geäussert. Die AT&T-Titel gingen mit einem minimalen Minus von 0,07 Prozent aus dem Handel, die T-Aktien sanken in Frankfurt um fast 3 Prozent.

Walt Disney und McDonald’s waren die einigen Werte im Dow, die im Plus schlossen. Sie legten um 0,25 respektive 0,46 Prozent zu.(awp/mc/pg)

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