Abu Dhabi schiesst Citigroup Geld zu

Im Gegenzug wird den Arabern ein Anteil von bis zu 4,9 Prozent an der Bank in Aussicht gestellt. Die Citigroup betonte, dabei handele es sich um ein rein passives Investment. Abu Dhabi könne keine Vertreter in Aufsichtsgremien entsenden. Mit dem Abschluss des Geschäfts rechnet die Citigroup innerhalb weniger Tage. Die Bank hat wegen der Kreditkrise mit Rekordabschreibungen in Milliardenhöhe zu kämpfen. Citigroup-Chef Charles Prince hatte daraufhin Anfang November seinen Hut genommen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 45 Prozent an Wert verloren.


Abu Dhabi könnte grösster Anteilseigner werden
Zunächst wird sich das Emirat nur mit einer stillen Einlage beteiligen, die ab März 2010 in Aktien der Bank gewandelt werden kann. Damit könnte das Emirat zum grössten Anteilseigner der Bank aufsteigen. Citigroup sei trotz der derzeitigen Krise ein Unternehmen mit bestem Ansehen und enormem Wachstumspotenzial, sagte der Chef der Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), Scheich Ahmed Bin Zayed Al Nahayan.


Grösster Einzelaktionär von Citigroup ist derzeit der saudi-arabische Multimilliardär Prinz al-Walid Bin Talal, der sich Anfang der 90er-Jahre ebenfalls nach Citi-Verlusten auf dem Immobilienmarkt bei der Bank eingekauft hatte und 3,6 Prozent der Anteile hält. Erst vor zwei Wochen hatte er den Kurs der Bank scharf kritisiert. Die jetzige Situation sei für die Citigroup nicht annehmbar, sagte al-Walid in einem Interview. «Die Bank kann sich weitere Verluste nicht leisten.»


Citigroup lobt neuen Investor
Der amtierende Citigroup-Chef Winfried Bischoff lobte den neuen Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten als «einen der führenden und erfahrensten Investoren der Welt». Die Finanzspritze versorge seine Bank mit dem nötigen Kapital, um auch künftig attraktive Wachstumsgelegenheiten wahrnehmen zu können. Der in Deutschland geborene Manager hatte Anfang November kommissarisch die Führung der Bank übernommen, nachdem Vorgänger Charles Prince den Posten hatte verlassen müssen.


Zusammen mit dem Abgang von Prince hatte die Bank für das vierte Quartal weitere Abschreibungen von bis zu 11 Milliarden US-Dollar angekündigt. Im dritten Quartal hatte sie wegen der Krise am US-Markt für zweitrangige Hypothekenkredite (Subprime) bereits 6,5 Milliarden Dollar abgeschrieben. Eine Findungskommission soll nun einen Nachfolger für Prince suchen. In Medienberichten wurden bereits Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Chef der Royal Bank of Scotland , Fred Goodwin, als mögliche Kandidaten gehandelt. Inzwischen nahm auch der Risikovorstand der Citigroup, Dave Bushnell, seinen Hut. (awp/mc/pg)

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