Adecco: Stellenmarkt zum ersten Mal seit 18 Monaten stabil

In der Genferseeregion, in der Nordwest- sowie in der Zentralschweiz zeigen sich sogar positive Entwicklungen. Die Stabilisierung des Stellenangebots der Schweizer Wirtschaft, die sich bereits im letzten Quartal abzeichnete, hat sich zum Jahresende fortgesetzt. Im vierten Quartal 2009 geht das Stellenangebot in der Schweiz erstmals seit Sommer 2008 nicht mehr weiter zurück. Diese Entwicklung ist im Vergleich zum Vorjahr ausgesprochen positiv und setzt im Hinblick auf die Arbeitsmarktentwicklung im neuen Jahr ein erfreuliches Zeichen. Ein umfassender Aufschwung auf breiter Basis lässt allerdings noch auf sich warten. Dies zeigen auch die unterschiedlichen Trends aus den Regionen.


Erholungszeichen in der lateinischen Schweiz
Nach einem grösseren Rückgang im Vorquartal nimmt das Stellenangebot in der lateinischen Schweiz im vierten Quartal 2009 wieder deutlich um 10% zu, wie die sprachregionale Auswertung des Adecco Swiss Job Market Index zeigt. Im Gegensatz dazu stagniert der Stellenmarkt in der Deutschschweiz nach wie vor. Die unterschiedliche Entwicklung in den Sprachregionen bestätigt sich auch im Vorjahresvergleich. Gegenüber dem vierten Quartal 2008 ist das Stellenangebot in der Deutschschweiz um 27% zurückgegangen, während für die Romandie und das Tessin lediglich ein Minus von 9% zu verzeichnen ist.


Zentralschweiz positiv 
Die regionalen Entwicklungen innerhalb der Sprachregionen sind sehr unterschiedlich. Die ASJMI-Auswertung nach Grossregionen macht deutlich, dass vor allem die Zentralschweiz (+13%) von einer positiven Stellenmarktentwicklung im jüngsten Quartal profitiert. Das ist eine erfreuliche Trendwende, denn das Stellenangebot war in dieser Region zuvor besonders stark eingebrochen. Ebenfalls positiv schneiden die Genferseeregion (+8%) und die Nordwestschweiz (+7%) ab.


Espace Mittelland negativ
Die grösste Arbeitsmarktregion der Schweiz, die Region Zürich, zeigt hingegen noch keine positive Entwicklung (?3%) und im Espace Mittelland ist das Stellenangebot sogar stärker rückläufig als im Vorquartal (?11%). In der Ostschweiz schliesslich bleibt die Zahl der ausgeschriebenen Stellen auf tiefem Niveau nahezu stabil (+1%). Insgesamt entsteht ein uneinheitliches Bild, das auch auf die Unsicherheit des gegenwärtigen Trends hinweist. Von einem breit abgestützten Aufschwung auf dem Stellenmarkt kann somit noch nicht gesprochen werden.


Jobportale im Aufwind
Die Online-Jobportale profitieren mit einem Plus von 7% am stärksten vom teilweise anziehenden Stellenmarkt. Das Stellenangebot auf Unternehmenswebseiten bleibt dagegen im Schlussquartal 2009 fast unverändert (?1%). Düsterer sieht es für die Presse aus, wo die Stelleninserate erneut um 12% zurückgegangen sind. Insgesamt entwickelt sich der Internet-Stellenmarkt weiterhin deutlich positiver als das Stellenangebot insgesamt.


Presse in Bedrängnis
Grund dafür ist, dass sich der langfristig zu beobachtende Bedeutungsgewinn der Online-Jobportale auf Kosten der Presse immer noch fortsetzt ? dies auch über die konjunkturellen Schwankungen hinweg. Der Vergleich mit dem frühesten Messpunkt des ASJMI spricht eine deutliche Sprache: Seit dem ersten Quartal 2003 ist der Beitrag der Presse zum Gesamtindex von rund 40% auf 10% zusammengeschrumpft, während sich der Beitrag der Online-Jobportale von 15% auf 38% mehr als verdoppelt hat. (adecco/mc/ps)

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