Adidas hebt erneut Gewinnprognose an

Umsatz und Gewinn zogen bei Adidas im zweiten Quartal wie schon in den ersten drei Monaten sprunghaft an. Seine Prognose für das Gesamtjahr hob der Konzern an.


„Hervorragendes erstes Halbjahr“
„Wir hatten ein hervorragendes erstes Halbjahr, angetrieben durch die Fussballweltmeisterschaft und den Aufschwung der Marke Reebok“, sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch. Nach Ablauf von sechs Monaten habe Adidas mit 295 Millionen Euro den höchsten Halbjahresgewinn aller Zeiten erreicht. Auf die Sprünge geholfen hat dem Konzern dabei, dass viele Faktoren, die im Krisenjahr 2009 noch stark belastet hatten, sich inzwischen wieder entspannt haben: Die Beschaffungskosten werden niedriger, die Zahl der Lagerräumungsverkäufe nimmt ab und Währungen wie der russische Rubel erholen sich. Hinzu kommt der eigene Einzelhandel, den Adidas mit der Eröffnung eigener Läden stark vorantreibt und der bessere Margen bringt.


Prognose bereits im Mai angehoben
Für das Gesamtjahr erwartet Adidas nun einen Überschuss von 520 bis 550 Millionen Euro oder 2,50 bis 2,62 Euro je Aktie. Zuvor war der Konzern von 430 bis 480 Millionen Euro ausgegangen. Von dem alten Rekordergebnis aus dem Jahr 2008, das bei 642 Millionen Euro lag, ist Adidas aber immer noch ein Stück entfernt. Der Konzernumsatz soll 2010 weiterhin währungsbereinigt im mittleren einstelligen Bereich steigen. Adidas hatte seinen Ausblick im Mai schon einmal angehoben. Die zweite Prognoseerhöhung kam für den Markt nicht überraschend. Nachdem der Sportartikelhersteller Ende Juli vorläufige Zahlen vorgelegt hatte, erschien vielen Analysten die vorgegebene Messlatte als zu niedrig. Die im Dax notierte Aktie startete am Mittwoch um ein Prozent niedriger bei 41,50 Euro in den Handel. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen, für das von Adidas vorgelegte Zahlenwerk gab es durchweg Lob.


WM kurbelt Umsatz an
Besonders deutlich stieg der Konzernumsatz im zweiten Quartal: Die Erlöse legten angetrieben von der WM um 19 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu. Stark wuchs Adidas in den Schwellenländern. Ein zweistelliges Umsatzplus zeigten aber auch Märkte wie Westeuropa und Nordamerika. Die Marke Adidas nahm dank des Verkaufs von Fussballprodukten Fahrt auf. Reebok profitierte vom Run auf so genannte Toning-Produkte, die die Muskulatur stimulieren und den Körper sanft formen sollen. Das Betriebsergebnis erhöhte sich im zweiten Quartal von 72 Millionen auf 195 Millionen Euro und der Nettogewinn von 9 Millionen auf 126 Millionen Euro. Das Vorjahresergebnis war durch Kosten für den Konzernumbau belastet worden. 


Aktie trotz guten Zahlen unter Druck
An der Börse lag die im Dax notierte Aktie dennoch im Minus und verlor zuletzt 0,86 Prozent auf 41,56 Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie zuletzt gut gelaufen sei. Da Adidas bereits Ende Juli vorläufige Zahlen genannt habe, sei am Markt viel vorweggenommen worden. Für das Zahlenwerk gab es von Expertenseite durchweg Lob. Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz angetrieben von der WM um 19 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Fussball-Produkten stieg sogar um mehr als 60 Prozent. Adidas war Hauptsponsor der WM und hatte zwölf Mannschaften im Rennen, darunter die deutsche Elf und Weltmeister Spanien. (awp/mc/ps/08)

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