Adval Tech mit mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Der Gewinnrückgang wurde im Wesentlichen durch zwei Entwicklungen im Segment Spritzgiesstechnologie ausgelöst: durch den drastischen Markteinbruch bei den Werkzeugen zur Herstellung von Optical Discs und durch die Absage sowie die zeitliche Verzögerung einiger grösserer Werkzeugbauaufträge im Konsumgüterbereich aus dem UDollar-Raum. Beides hatte eine ungenügende Auslastung zur Folge, insbesondere bei AWM Mold Tech in Muri. Die entsprechenden Gewinneinbussen konnte Adval Tech mit dem verbesserten EBIT im Segment Stanz- und Umformtechnologie und mit dem EBIT-Beitrag der neu erworbenen Omni-Gruppe nicht vollständig kompensieren.


Gesamtleistung über Vorjahr
Die Gesamtleistung der Adval Tech Gruppe liegt mit 221,1 Mio. CHF um 32% über dem Vorjahresniveau (167,4 Mio. CHF). Dieses Wachstum ist praktisch ausschliesslich auf die Übernahme der Omni-Gruppe zurückzuführen. Der Betriebsgewinn EBITDA war mit 19,1 Mio. CHF (1. Halbjahr 2007: 19,4 Mio. CHF) leicht, der Betriebsgewinn EBIT mit 5,1 Mio. CHF (1. Halbjahr 2007: 7,0 Mio. CHF) deutlich rückläufig. Damit reduzierte sich die EBIT-Marge auf 2,3%. Der Unternehmensgewinn liegt bei 0,2 Mio. CHF (1. Halbjahr 2007: 4,2 Mio. CHF). Der deutlich stärkere Rückgang des Unternehmensgewinns erklärt sich primär durch einen einmaligen Finanzaufwand von rund 2 Mio. CHF im Zusammenhang mit Überbrückungskrediten für die Übernahme der Omni-Gruppe.


Übernahme der Omni-Gruppe
Mit der definitiven Übernahme der Omni Industries Pte Ltd Mitte Januar 2008 hat Adval Tech die wichtige globale Präsenz mit eigenen Vertriebsorganisationen und Produktionswerken in Europa, Asien und Amerika früher als erwartet erreicht. Omni ergänzt die Gruppe ausgezeichnet. Adval Tech ist nun weltweit in allen wichtigen Marktregionen mit eigenen Werken für die Kunststoffkomponenten-Produktion vertreten. Während die angestammten Unternehmen der Gruppe vor allem Teile für die Automobil- sowie für die Medizinaltechnik- und Pharmaindustrie herstellen, liegt das Schwergewicht bei Omni auf Anwendungen für führende Unternehmen der Konsumgüterindustrie.


Integration verläuft nach Plan
Die Integration der Omni-Gruppe mit einem Umsatz von knapp 100 Mio. USD (2007), knapp 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den sechs Produktionsstätten – drei in China (Shanghai, Suzhou und Xiamen) sowie je einer in Thailand, Malaysia und Mexiko – verläuft nach Plan. Seit Mitte März 2008 ist der Geschäftsführer der Omni-Gruppe, Neo Age Seng, auch Mitglied der Adval Tech Konzernleitung.


Kapitalerhöhung
Um die solide Kapitalbasis zu sichern, führte Adval Tech Ende April eine Kapitalerhöhung zur Ablösung der Überbrückungskredite im Zusammenhang mit der Akquisition der Omni-Gruppe durch. Für jede bisher gehaltene Namenaktie konnte eine neue zum Preis von 275 CHF bezogen werden. Unter Beteiligung der beiden Hauptaktionäre wurden 99,93% der Bezugsrechte ausgeübt. Insgesamt floss der Adval Tech Gruppe aus dieser Kapitalerhöhung ein Bruttoerlös von rund 100 Mio. CHF zu. Damit finanziert Adval Tech die Akquisition der Omni-Gruppe weitgehend mit eigenen Mitteln, das heisst ohne wesentliche Neuverschuldung.


Segment Stanz- und Umformtechnologie deutlich im Plus
Das Segment Stanz- und Umformtechnologie konnte Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Gut 55% des Umsatzwachstums sind organisch, knapp 45% sind auf die Konsolidierung der Anfang April 2007 übernommenen QSCH zurückzuführen. Das organische Wachstum erzielte das Segment in erster Linie durch die Intensivierung der Marktaktivitäten mit bereits bestehenden Kunden, insbesondere bei den Komponenten und Baugruppen für Lenksysteme, Airbags, ABS und Autolampen. Der Umsatz mit professionell eingesetzten Kaffeemaschinen entwickelte sich auch im 1. Semester 2008 sehr erfreulich. Und im zurzeit wirtschaftlich guten Klima Brasiliens haben sich die organisatorischen Anpassungen des vergangenen Jahres an die neue Dimension des Geschäftes bezahlt gemacht.


Segment Spritzgiesstechnologie mit rückläufiger Gesamtleistung
Während bei den angestammten Geschäftseinheiten des Segments Spritzgiesstechnologie die Komponentenherstellung für die Märkte Automotive und Medical im Rahmen der Erwartungen liegt, führten der Markteinbruch bei den Werkzeugen zur Herstellung von Optical Discs für AWM Mold Tech und die Absage sowie die zeitliche Verzögerung von Aufträgen für Foboha zu einem deutlichen Rückgang der Gesamtleistung, zu ungenügender Auslastung der Produktionskapazitäten und schliesslich zu einem negativen EBIT. Der im Vergleich zum Euro und Schweizer Franken schwache US-Dollar erhöhte den Druck auf die Preise und Margen zusätzlich.


Omni-Ergebnisse «befriedigend»
Die Ergebnisse von Omni im ersten Halbjahr 2008 sind befriedigend, entsprechen aber nicht ganz der Planung von Ende 2007. Die weltweite Finanzkrise beeinflusste den Absatz im nordamerikanischen Markt negativ. Insbesondere die Verkäufe im Sektor Unterhaltungselektronik lagen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Noch im Aufbau befindet sich der neue Werkzeugbau in Suzhou; erste Aufträge wurden aber bereits erfolgreich ausgeführt.


Leicht zuversichtlicher Ausblick
Aufgrund der Auftragsbestände und der Markteinschätzungen rechnet Adval Tech mit einer Jahresgesamtleistung von 430 Mio. CHF bis 445 Mio. CHF (Vorjahr: 348,6 Mio. CHF). Beim Betriebsgewinn EBIT geht Adval Tech für die 2. Jahreshälfte von einer leichten Verbesserung, beim Unternehmensgewinn von einem deutlicheren Anstieg aus. Das Vorjahresergebnis von rund 8 Mio. CHF wird Adval Tech jedoch verfehlen. (adval/mc/ps)

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