Aegon: Rückkehr in Gewinnzone dank Steuerrückzahlung

Ohne diese hätte es erneut einen Verlust gegeben. Ein Jahr zuvor war Aegon nach dem Lehman-Schock in die roten Zahlen gestürzt und hatte seither jedes Quartal Verluste geschrieben.


Rückerstattung von Staatshilfen
Jetzt will der Vorstand die erhaltenen Staatshilfen zurückzahlen und sich möglicherweise das Versicherungsgeschäft des Konkurrenten ING teilweise einverleiben. Die Aktie des Unternehmens reagierte mit einem Kurssturz auf die Nachrichten. Nach zwei Handelsstunden lag sie mit 4,62 Prozent im Minus bei 5,225 Euro. Analysten monierten vor allem die Qualität des Ergebnisses. Sie hatten zwar mit einem geringeren Gewinn gerechnet, allerdings hatten die Experten einen geringeren Steuereffekt auf dem Zettel, so dass der Gewinn letztendlich enttäuschend ausfiel.


Staatshilfe zurückzahlen
Nach dem Absturz in der Finanzkrise sieht sich Aegon wieder auf dem aufsteigenden Ast. Die Massnahmen, die das Unternehmen vor einem Jahr eingeleitet habe, seien richtig gewesen, sagte Vorstandschef Alex Wynaendts. Das für das laufende Jahr geplante Einsparziel sei bereits nach neun Monaten erreicht. Das Überschusskapital wuchs zwischen Juli und September von 3,5 auf 4,8 Milliarden Euro. Jetzt will Aegon bis Ende November die erste von drei Milliarden Euro Staatshilfe an die Niederlande zurückzahlen.


Zukäufe nicht ausgeschlossen
Unterdessen schliesst das Management auch Zukäufe nicht aus. Angesprochen auf das zum Verkauf stehende Versicherungsgeschäft des vom Staat gestützten Finanzkonzerns ING, sagte Finanzvorstand Jan Nooitgedagt: «Wir schauen uns Gelegenheiten auf dem Markt an.» ING wird auf Druck der Europäischen Union bis 2013 zerschlagen. Von dem bisherigen Bank- und Versicherungskonzern soll im Wesentlichen eine Bank mit Schwerpunkt Europa übrig bleiben.


Aufwind bei Lebensversicherungen
Auch im laufenden Geschäft verspürt Aegon wieder etwas Aufwind. Das Neugeschäft in der Lebensversicherung zog im Vergleich zum Vorquartal um drei Prozent an. Im Vergleich zum Vorjahr war allerdings immer noch ein Rückgang um 22 Prozent zu verzeichnen. (awp/mc/ps/04)

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