Aktienfokus OC Oerlikon: Anleger honorieren gute Zukunftsaussichten

Das Betriebsergebnis entwickelte sich erwartungsgemäss, während der Reingewinn unter den Erwartungen ausfiel. Die Konzernleitung rechnet nach der starken Entwicklung beim Bestellungseingang mit einer Fortsetzung des positiven Trends und damit, das Umsatzziel 2007 von 5 Mrd CHF um 5 bis 10% zu übertreffen. Der EBIT soll sich auf über 500 Mio CHF belaufen. Die Anleger honorieren die guten Zukunftsaussichten mit Käufen.


Bestellungseingang markant über Vorjahr
Vor allem der Bestellungseingang liegt markant über den Vergleichszahlen des Vorjahres und beläuft sich auf 3,004 Mrd CHF (VJ pro-forma, inkl. Saurer 2,593 Mrd). Der Bestellungsbestand erreicht 1,851 (1,390) Mrd CHF. Im Vergleich zu den Konsensuserwartungen von 2,564 Mrd CHF liegen die Zahlen vor allem beim Umsatz im ersten Halbjahr mit 2,735 (2,213) Mrd CHF deutlich höher. Hingegen entwickelte sich der EBIT erwartungsgemäss und erreichte der Reingewinn infolge einer höheren Steuerrate die Prognosen nicht.


OC Oerlikon eröffnen mit 388 CHF nach einem Vortagsschluss von 383 CHF. Bis um 11.00 Uhr legen die Titel bei lebhaften Umsätzen um 3,1% auf 395 CHF zu. Damit notieren die Aktien jedoch deutlich unter dem bisheriges Tageshoch von 418,75 CHF. Der Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,5% nach.


Einschätzung des Resultats nicht einhellig
Die Marktbeobachter und Finanzanalysten sind sich mit der Einschätzung des Zahlensets und der Prognosen von OC Oerlikon derzeit nicht ganz einig. So beurteilt die ZKB den H1-Ausweis des Konglomerats mit ‹eher unter den Erwartungen›. Vontobel bezeichnet das Ergebnis als ‹erfreulich›. Die Marktbeobachter der Privatbank Wegelin & Co. konstatieren: «Schöne Worte, feine Daten (bis auf den Reingewinn) und wahrscheinlich werden die Versprechungen auch eingehalten.»


Reingewinnprognosen überprüfen
Entsprechend reichen die Erwartungen bezüglich Kursentwicklung von ’neutral bis leicht negativ› bis zu ‹kursneutral bis leicht kursfördernd›. Mehrere Analytiker wollen die Reingewinnprognosen infolge der höheren Finanzierungskosten des Konzerns überprüfen und gegebenenfalls leicht nach unten anpassen, so Vontobel und die ZKB, während Helvea keine grösseren Anpassungsbedarf sieht.


Kurzfristig dürfte die Kursentwicklung jedoch weniger von den operativen Leistungen als von den vielen ausstehenden Derivaten auf die OC-Oerlikon-Aktie abhängen, schreiben die Marktbeobachter der Privatbank Wegelin & Co. im ‹Wegelin BrunCH›. Wer Derivate möge, soll von einem Engagement in OC Oerlikon nicht abgehalten werden. «Die anderen Akteure sind wohl gut beraten, beim Papier aussen vor zu bleiben», so Wegelin.


Vontobel: Keine Anpassung der Prognosen
Vontobel beurteilt die erhöhten Zielsetzungen beim Umsatz und EBIT als ‹im Rahmen der Erwartungen› und sieht hier keinen Bedarf, die eigenen Prognosen anzupassen. Allerdings könnten die höheren Finanzierungskosten einen solchen Schritt nötig machen. Im Vorfeld der Analystenkonferenz hält Vontobel im ‹Vontobel Morning Focus› am ‹Marketperform›-Rating fest, ebenso am Kursziel von 455 CHF.


Annäherung an eigene Erwartungen und diejenigen des Marktes
Weder die eigenen noch die Erwartungen des Marktes dürften sich mit dem Halbjahresausweis in grösserem Ausmass verändern, schreiben die Analysten von Helvea. Mit den erhöhten Ganzjahresprognosen beim Umsatz und EBIT nähere sich OC Oerlikon jetzt den Erwartungen des Instituts und des Marktes. Helvea stuft die Aktie unverändert als ‹Neutral› ein und nennt ein Kursziel von 490 CHF.


Bei der ZKB wird man die Gewinnschätzungen wegen der höheren Finanzierungskosten ‹vermutlich leicht reduzieren›. Im Vorfeld der Analystenkonferenz hält auch dieses Institut an der Einstufung der OC-Oerlikon-Titel mit ‹Neutral› fest. (awp/mc/pg)

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