Aktienfokus: SEZ auf Abwärtskurs – Herabstufungen & negative Kommentare

Vor allem die Herabstufung der UBS auf `Reduce 2` von `Neutral 2` lastet heute schwer auf dem Titel, der am Dienstag nach anfänglichen Verlusten in der Gewinnzone geschlossen hatte. Kurstreibende Übernahmephantasien scheinen für den Moment in den Hintergrund gerückt zu sein.

Titel verlieren
Bis gegen 11.50 Uhr verlieren SEZ 12,1% auf 34,40 CHF (bisheriges Tagestief 34,15 CHF) und notieren weit hinten im SPI-Tableau. Der Gesamtmarkt (SPI) steht aktuell 0,7% im Minus.

Fünfte Verlangsamung in Folge
SEZ erwarte mit einem Minus von 38% gg VJ auf 65 Mio CHF bei den Aufträgen im Foundry-Geschäft erneut eine Verlangsamung – insgesamt die fünfte in Folge, schreibt die UBS in ihrem Kommentar zu Ratingsenkung. Dies habe schliesslich auch zur Reduktion der Gesamtjahresguidance geführt.

EPS-Schätzunge deutlich reduziert
Die geringe Visibilität beim Auftragseingang, die schwache Cash-Flow-Generierung und die unattraktiven Bewertung als eigenständiges Unternehmen seien besorgniserregend, so die Bank weiter, weshalb die UBS-Analysten neben dem Rating auch ihre EPS-Schätzungen 2007 (-18%) und 2008 (-11%) deutlich reduzierten.

Rating auf ‹Neutral› zurückgenommen
Bemängelt wird die schlechte Visibilität auch von Helvea-Analyst Reto Amstalden, der sein Rating auf `Neutral` (Accumulate) zurücknimmt. Es sei nicht klar wann der Rückgang bei den Aufträgen Boden finde und wie schnell sich die Auftragslage im Jahr 2008 wieder erhole. Speziell für das Speichergeschäft, das 70% des SEZ-Umsatzes ausmache, sei das Jahr 2008 ein grosses Fragezeichen, da die Speicherhersteller ihre Investitionen in den letzten Monaten signifikant reduziert hätten.

Attraktiv als Übernahmekandidatin
Einig ist man sich in Expertenkreisen über die Attraktivität von SEZ als Übernahmekandidatin. Sollten sich die Übernahme-Spekulationen allerdings als heisse Luft erweisen, dürfte es kurzfristig zu Gewinnmitnahmen im Titel kommen, räumt Steven Frey von Sal. Oppenheim ein. Er hält SEZ dank technologischer Expertise und breiter Produktepalette für ein interessantes Übernahmeziel für jeden Konkurrenten, der in den Markt für Single-Wafer-Nassreinigung einsteigen oder seine Position ausbauen will. Die UBS ihrerseits schreibt zum Thema Übernahme, die überdurchschnittliche Kapitaleffizienz und Profitabilität von SEZ, sowie der nun bestätigte Erfolg mit dem FEOL (Front-End-of-Line)-Tool, dürfte bei potentiellen Käufern wohl auf Interesse stossen. (awp/mc/ar)

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