Aktienfokus UBS: Gewinnwarnung belastet – Hohe Anfangsverluste etwas abgebaut

Die Grossbank hat Händlern zufolge mit einem Fehlbetrag von 4,4 Mrd CHF im Jahr 2007 und einem Verlust von 12,5 Mrd CHF alleine im vierten Quartal selbst die pessimistischsten Annahmen übertroffen. Auch wird davon ausgegangen, dass noch längst nicht alle Unsicherheiten behoben sind.


Titel um 3,9 Prozent gesunken
Zu Handelsbeginn sind die Titel um 3,9% auf 45,00 CHF gesunken und haben in der Folge eine Handelsaussetzung ausgelöst. Nach Wiederaufnahme bröckelten die Verluste etwas ab und um 11.35 Uhr verlieren die UBS-Titel noch 1,6% auf 46,06 CHF. Der Gesamtmarkt (SMI) gibt um 0,61% auf 7`657,26 Punkte nach. Die Titel der CS zeigen sich mit einem Minus von lediglich 0,6% von der UBS-Meldung wenig beeindruckt.


Eine erneute Gewinnwarnung
Streng genommen sei die heutige Nachricht eine erneute Gewinnwarnung, heisst es in einem Kommentar der Bank Wegelin. Dies nachdem die Bank Mitte Dezember davon gesprochen hat, dass das Ergebnis 2007 `möglicherweise negativ ausfallen` könnte.


UBS habe eindeutig enttäuscht
Auch Claudia Meier von der Bank Vontobel schreibt von einer Gewinnwarnung. Die UBS habe mit der heutigen Meldung wie auch mit ihrer Kommunikationsstrategie – sie musste dreimal ihre Zahlen korrigieren – eindeutig enttäuscht. Wie bei den meisten US-Konkurrenten würden die tatsächlichen Zahlen auch bei der UBS die Ankündigungen und die höchsten Verlustschätzungen am Markt übersteigen, so der Kommentar.


Wider Erwarten schwache Kapitalbasis
Die Analystin kritisiert aber auch die wider Erwarten schwache Kapitalbasis. Die BIZ-Kernkapitalquote von 8,8% überrasche, da man davon ausgegangen sei, dass die Schweizer Aufsichtsbehörde eine Quote von 10% erwartet, so Meier weiter. Sie empfiehlt die Kapitalerhöhung zur Annahme. Es sei immer noch besser, Anteile an einem Unternehmen zu halten, das von eine Verwässerung von rund 20% als von einer zu niedrigen Kapitalbasis betroffen sei.


Ausserordentliche GV ein Unsicherheitsfaktor
Diese ausserordentliche Generalversammlung vom 27. Februar wird von vielen Marktbeobachtern als Unsicherheitsfaktor wahrgenommen. Die Zustimmung der Aktionäre scheine aufgrund der grosszügigen Konditionen für die neuen Investoren noch nicht gesichert, so die Bank Wegelin.


Neupositionierung der Investment Bank
Die Aussichten für 2008 bleiben für die UBS weiterhin ungewiss, schreibt Andreas Venditti von der ZKB. Insbesondere würden die Massnahmen zur Neupositionierung der Investment Bank für Unsicherheit sorgen. Auch könnten weitere Abschreibungen im laufenden Jahr je nach Entwicklung des US-Hypothekarmarktes nicht ausgeschlossen werden. Fraglich scheint laut Venditti auch, welchen Reputationsschaden das Wealth Management von den andauernden Negativschlagzeilen erleiden könnten.


Titel leiden nur beschränkt
Die Bank Wegelin weist allerdings auch daraufhin, dass im Aktienkurs schon viel Negatives vorweggenommen wurde und die Titel daher nur beschränkt unter der `Hiobsbotschaft` leiden. (awp/mc/ab)

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