Aktienmärkte: Unsicherheiten halten an – Bernanke ist nicht zu beneiden

Im Anschluss konnten einige Börsenbarometer zu einer deutlichen Erholung ansetzen, die am Freitag jedoch wiederum ein bisschen gebremst wurde. Resultat: Der SMI schloss im Wochenvergleich praktisch unverändert, der S&P500 konnte gar ein kleines Plus von 0.4% verbuchen und auch der Nasdaq (-0.6%) und der Nikkei 225 (-1.7%) konnten die Verluste in vergleichseise engen Bandbreiten halten. Anders der Dax: Nach dem Durchbrechen einer starken Unterstützung bei rund 7400 Punkten verblieben auf Wochenbasis Verluste von 6.8%.


Société Générale und US-Notenbank setzten Zeichen
Nebst der schier unglaublich anmutenden Geschichte rund um Société Générale, bei welcher ein Händler angeblich im Alleingang sage und schreibe knapp EUR 5 Mrd. vernichtete, war es die US-Notenbank, die mit einer deutlichen Zinssenkung von 0.75% ausserterminlich ein Zeichen setzte und die Aktienmärkte zumindest vorübergehend – wie gewünscht – zu beruhigen wusste. Das Problem dabei ist nun aber, dass die Marktteilnehmer in der laufenden Woche von einer abermaligen Zinssenkung (aktuell 3.50%) von 0.5% ausgehen, was wiederum den Fed-Vorsitzenden Bernanke in die Bredouille bringt. Denn: Unter Umständen wurde die Zinssenkung ja lediglich deshalb ,vorgezogen›, um den angeschlagenen Märkten in einer heiklen Phase unter die Arme zu greifen. Die Senkung von 0.75% wäre ansonsten wohl einfach eine Woche später annonciert worden. Senkt die Notenbank nun abermals die Zinsen, werden die Marktteilnehmer davon ausgehen, dass derzeit nun in der Tat so Einiges nicht stimmt, wenn die Leitzinsen innert Wochenfrist um insgesamt 1.25% gesenkt werden müssen. Unternimmt sie jedoch nichts, wird die Enttäuschung an den Märkten wohl gross sein und der positive Effekt der Vorwoche einer Beruhigung der Märkte könnte rasch wieder verpuffen?

Viele Zahlen in der kommenden Woche
Aber auch ohne Fed ist von der News-Front in der laufenden Woche Hochsaison angesagt. Die Highlights bilden punkto Konjunkturnachrichten wohl die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten und vor allem auch der nationale Einkaufsmanager-Index für den Monat Januar der USA. Unternehmensseitig stehen viele Abschlüsse aus der Pharmabranche (u.a. auch Roche am Mittwoch), der Energiebranche und dem Technologiesektor (Yahoo, Google) an. Für Spannung ist somit gesorgt. Nachdem die von uns erwartete (technische) Gegenbewegung in der letzten Woche stattgefunden hat, stellt sich nun die Frage, ob diese weitergehen wird oder aber die Märkte wieder in das Muster vom Jahresbeginn fallen werden. Selbstverständlich ist beides möglich. Mit Hilfe einer weiteren Zinssenkung und guten Unternehmensresultaten sehen wir jedoch eine Chance, die Höchststände der letzten Woche nochmals in Angriff nehmen und eventuell gar leicht ,toppen› zu können. Die vernünftigste Strategie wird jedoch wohl sein, Bestände jetzt nicht mehr zu verkaufen, mit Zukäufen hingegen noch zuzuwarten, da die Volatilität an den Börsen auch in dieser Woche wieder sehr hoch sein wird.

(IHAG/mc/hfu)

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