Arbeitslosenquote im November leicht gestiegen

Dies entspricht einem Rückgang von 13,6 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte. Von AWP befragte Ökonomen haben für den Berichtsmonat eine Ziffer von 3,5 bis 3,6% geschätzt, für die saisonbereinigte Zahl waren es ebenfalls 3,5% bis 3,6%.


Jugendarbeitslosigkeit weiter rückläufig
Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) sank gegenüber dem Vormonat um 607 Personen (-2,7%) auf 21’946, im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang um 7’390 Personen (-25,2%). Insgesamt wurden im Berichtsmonat 206’715 Stellensuchende registriert, 4’040 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode sank diese Zahl damit um 19’401 Personen (-8,6%). Die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 539 auf 17’598 Stellen.


Mehr Kurzarbeit im September
Im September 2010 waren ausserdem 9’335 Personen von Kurzarbeit betroffen, 395 Personen mehr als im Vormonat (+4,4%). Die Anzahl der betroffenen Betriebe erhöhte sich um 23 auf 1’171 Einheiten (+2,0%). Laut Seco nahmen die ausgefallenen Arbeitsstunden um 7,8% auf rund 506’473 Stunden zu. In der entsprechenden Vorjahresperiode (September 2009) waren rund 2,86 Mio Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 53’795 Personen in 3’561 Betrieben verteilt hatten. Ferner kam es im September 2010 gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen zu 2’534 Aussteuerungen.


Gaillard: Entwicklung des Arbeitsmarktes ist erfreulich
Für Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, entwickelt sich der Arbeitsmarkt erfreulich. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit im November sei im Vergleich zu früheren Jahren unterdurchschnittlich. Die Arbeitslosigkeit sei seit Jahresbeginn langsam, aber kontinuierlich zurückgegangen. Saisonbereinigt sind nach Angaben von Gaillard rund 21’500 Personen weniger arbeitslos als noch zu Jahresbeginn. Aus saisonalen Gründen weniger gearbeitet wurde im November im Baugewerbe und bei den Temporärfirmen. Dies äussert sich in einem starken Anstieg der Arbeitslosenquote in den Kantonen Wallis, Tessin und Graubünden.


Langzeitarbeitslosigkeit auf Höhepunkt
Positiv sieht das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) weiterhin die Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit: Seit dem Anstieg in den Monaten Juli und August gingen die Zahlen kontinuierlich zurück. Im November lagen sie ein Viertel tiefer als noch vor einem Jahr. Die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit im letzten Jahr hat sich verzögert auf die Langzeitarbeitslosigkeit ausgewirkt. Die Langzeitarbeitslosigkeit sollte aber laut Gaillard ihren Höhepunkt erreicht haben. Der minime Anstieg der Kurzarbeit im September gegenüber dem Vormonat ist für das Seco eine Zufallsschwankung. Die Kurzarbeit habe dieses Jahr insgesamt stark abgenommen.


Konjunktur: Erste Abschwächungstendenzen 
In der Industrie habe sich die Lage im Jahresverlauf deutlich verbessert. Es gebe zwar erste Abschwächungstendenzen bei den Exporten wegen des starken Frankens, aber diese hätten sich bisher nicht auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen. In den nächsten beiden Monaten ist laut Gaillard aufgrund der Entwicklung in den saisonalen Branchen Bau, Personalverleih und Gastgewerbe erneut mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Ab Februar werden die Arbeitslosenzahlen gemäss Seco wieder abnehmen. In einer Woche wird das Seco seine Prognosen zu den Arbeitslosenzahlen veröffentlichen. Entscheidend dürfte sein, wie stark der starke Franken die Konjunkturerholung abschwächen wird. (awp/mc/ps/03)

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