Artur P. Schmidt: Neue Banken braucht das Land

Von Artur P. Schmidt
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Die entscheidende Frage lautet hierbei: Kann man die Art und Weise, wie Banken die private Geldanlage und Kreditvergabe betreiben, durch ein besseres nachhaltigeres Modell ersetzen? Der Belgier François Jozic hat deshalb mit der Noabank eine neue Bank ins Leben gerufen.


Basisdemokratie
Die Noabank gibt den Nutzern die Möglichkeit, selbst über den Fluss ihrer Geldströme zu bestimmen. Gibt ein Anleger eine Einlage an die Noabank, so wird diese bei der Bundesbank als Tagesgeld oder in Form einer Festzinsanlage deponiert wie bei jeder anderen Bank auch. Danach jedoch bestimmen die Anleger selbst, was mit dem Geld in produktiver Weise geschehen soll. Hierfür gibt es bei der Noabank die vier Bereiche Kultur, Gesundheit, Energie und lokale Wirtschaftsförderung. Da die Einlagen direkt in die Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen fliessen sollen, kann jedes Mitglied konkrete Projekte vorschlagen. Die Finanzgemeinschaft und der Betreiber entscheiden dann darüber, was gefördert wird und was nicht.


Abschied von klassischen Banken
Mit diesem genossenschaftlichen Prinzip der Geldanlage benötigt man keine klassischen Banken mehr für die Finanzierung von Krediten. Die erwirtschafteten Gewinne der Noabank fliessen dann zu je einem Drittel an die Anlegergemeinschaft sowie an die Mitarbeiter der Noabank und an die Anleger. Damit gelingt es, dass sich Banken wieder auf ihre ureigenste Aufgabe besinnen können ? nämlich die Wirtschaft mit ausreichend Krediten zu versorgen ? und die Geldschöpfung trotzdem mit einem hohen Multiplikatoreffekt aufrecht erhalten werden kann.


Radikaler Spekulationsverzicht
Höchste Transparenz, Mitbestimmung für Anleger und radikaler Spekulationsverzicht sind der Neuanfang, der im Bankensektor notwendig ist, um wieder Vertrauen in das Kreditgewerbe sicherzustellen. Die bisherigen «Verbrecherbanken» verdienen kein Vertrauen mehr, da sie nichts aus der Krise gelernt haben. Dies glauben gemäss einer Forsa-Umfrage 80 Prozent der Deutschen. Fazit: Es entspricht nicht den Wünschen der Kunden, dass Banken ihre Gelder in hochkomplexe Spekulationsobjekte an der Wallstreet investieren. 





Monsterwellen


von Artur P. Schmidt


Braucht ein Unternehmen Geld von einer Bank,
macht diese es durch Kreditentzug erst richtig krank.
Hat ein Kunde Millionen auf der hohen Kante,
verzockt die Bank das Erbe der reichen Tante.


Egal ob ein Kunde jedoch arm ist oder reich,
die Banken fischen immer im Geldesteich.
Die einen zocken wie die Spieler,
die anderen verhalten sich wie Dealer.


Wenn Aktien durch niedrige Zinsen haussieren,
kann der eifrige Banker-Junkie nicht pausieren.
Und je mehr Geld aus dem Nichts erschaffen,
desto mehr können die Banken zusammenraffen.


Hohe Boni der Banker erinnern uns daran,
was diese Spezies der Trickbetrüger besonders gut kann.
Das Abzocken der Kunden ist ihr Revier,
beherrscht durch eine ausufernde Gier.


Wenn Gift eingelagert wird in Hypothekenpapieren,
geht dies jedem Anleger an die Nieren.
Denn am Ende der Verbriefungssucht
geht das Kapital dann auf die Flucht.


Aktiencrashs führen dann zum großen Fall,
an den Finanzmärkten kommt es zum Megaknall.
Zuerst wird das Vermögen entwertet durch die Deflation,
dann wird das ganze Volk enteignet durch die Inflation.


Der Bailout ist dann der Weisheit letzter Schluss,
weil die Instabilität um jeden Preis beendet werden muss.
Der Bürger wird geschickt vom Staat betrogen
und ihm durch den Banken-Sozialismus das Geld entzogen.


Bubbles und Monsterwellen zerstören was über Jahrzehnte aufgebaut,
mit Gelddruckorgien wird auf die Märkte eingehaut,
weil Notenbanken nur in Wachstumskategorien denken,
statt die Wirtschaft verantwortungsvoll zu lenken.


Das finanzielle Armageddon beendet dann,
was nur noch eine neue Währung retten kann.





Artur P. Schmidt
Der Wirtschaftskybernetiker Dr.-Ing. Artur P. Schmidt wurde in Stuttgart geboren. Er besuchte im Stadtteil Zuffenhausen das Ferdinand-Porsche-Gymnasium und machte dort das Abitur. Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart und Berlin schloss er im Alter von 27 Jahren mit  der Bestnote im Fachgebiet Raketentechnik ab, so dass ihm von Prof. H.H. Koelle die Promotion angetragen wurde. Im Alter von 30 Jahren erhielt Artur P. Schmidt den Doktortitel für ein kybernetisches Marktanalyse-Verfahren am Beispiel der Strategischen Planung von Airbus Industries. Nach einer Beratungstätigkeit bei Anderson Consulting sowie als Leiter der Strategischen Analyse der Ruhrgas AG war Dr. Schmidt Stipendiant der Stiftung zur Förderung der systemorientierten Managementlehre und letzter Schüler von Prof. Hans Ulrich, dem Begründer des St. Galler Management-Ansatzes. Während dieser Zeit begann Dr. Schmidt seine publizistische Laufbahn, aus denen Bestseller wie «Endo-Management» und «Der Wissensnavigator» sowie Wirtschaftsbücher wie «Wohlstand_fuer_alle.com» oder «Crashonomics» hervorgingen. Sein neuestes Buch, welches im EWK-Verlag (www.ewk-verlag.de ) erschienen ist, heisst  «Unter Bankstern».


Heute ist Artur P. Schmidt Herausgeber des Online-News-Portals www.wissensnavigator.com sowie der Finanz-Portale www.bankingcockpit.com , www.wallstreetcockpit.com , www.futurescockpit.com und www.optioncockpit.com sowie Geschäftsführer der Tradercockpit GmbH (www.cockpit.li ). Dr. Schmidt ist ein gefragter Keynote-Speaker sowie Kolumnist für zahlreiche Finanzpublikationen.

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