Artur P. Schmidt: Wir sind Gauck!

Von Artur P. Schmidt
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Deutschland braucht keinen Warmduscher
Niemand in der deutschen Bundesversammlung, der noch ein bisschen Zivilcourage besitzt und sich der allgemeinen Gleichmacherei der Merkelschen Aussitzdiplomatie entziehen will, darf Christian Wulff zum Bundespräsidenten wählen. Sollte er dennoch gewählt werden, muss das Deutsche Volk sofort in einen Generalstreik treten. Es wird Zeit, dem politischen Postengeschacher in Berlin Einhalt zu gebieten. Während Christian Wulff ein Karrierist ist, der sich auf Machterhalt versteht, ist Joachim Gauck, der protestantische Pfarrer und Mitbegründer des Neuen Forums, ein aufrechter Demokrat und Vorkämpfer für die Deutsche Einheit. Gauck ist geradezu der perfekte Gegenentwurf zum hyperkonformen Wulff, der, wenn der Bundespräsident vom Volk gewählt würde, niemals eine Chance hätte  diese Wahl zu gewinnen. Ein Mann, der Gross-Demonstrationen gegen eine Stasi-Diktatur anführte, braucht sich vor dem Mitläufer Wulff, nicht zu verstecken. Gauck hat das, was Wulff nicht bieten kann, er ist eine moralische Instanz, kein Seiltänzer wie Horst Köhler, der jeden Blankoscheck blind unterschreibt, den ihm die Kanzlerin vor die Nase hält und kein Warmduscher wie Wulff, der jeder Auseinandersetzung gezielt auszuweichen versucht. 


«Wo Unfreiheit abwesend ist, pflegen die Vorteile der Freiheit zu verblassen.»
Joachim Gauck


Der aufgeklärte Patriot
Am 2. Oktober 1990, dem letzten Tag des Bestehens der DDR, wurde der keiner Partei angehörende Gauck von der Volkskammer zum Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR gewählt und tags darauf von Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl als Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in dieser Funktion bestätigt. Ab 2. Januar 1992 war Gauck dann Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.  Die zweitausend Mitarbeiter-Behörde, die umgangssprachlich auch als «Gauck-Behörde» bezeichnet wurde, leitete er bis zum Jahr 2000. Der sich selbst als «linken, liberalen Konservativen» und «aufgeklärten Patrioten» bezeichnende Gauck weiss, das der Kapitalismus nicht das beste Wirtschaftssystem ist, aber er weiss auch, dass es hierzu aktuell keine Alternative gibt. Gauck wurde bereits 1999 innerhalb der CSU als Bundespräsidentschaftskandidat vorgeschlagen. Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass die CDU sich scheinbar nicht einmal mit ihrer Schwesterpartei CSU bei der Kandidatensuche ausreichend abstimmte. Kein Wunder auch, dass es in der CSU brodelt und viele dort wie auch der ehemalige CDU-Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Kurt Biedenkopf jetzt fordern, den Bundespräsidenten zukünftig vom Volk wählen zu lassen.


Merkels heimlicher Favorit?
Sollte Joachim Gauck zum Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt werden, wird sich Frau Merkel vielleicht nachfolgender Worte erinnern, die Sie selbst über Joachim Gauck formulierte: «Er hat sich in herausragender und unverwechselbarer Weise um unser Land verdient gemacht – als Bürgerrechtler, politischer Aufklärer, Mahner und ein Mann, der immer wieder an die historische Verantwortung erinnert.» Die Alternative zu dieser Blamage wäre, dass Christian Wulff erkennt, dass er nicht das Format für dieses Amt hat und von seiner Kandidatur freiwillig zurücktritt. Für viele Christdemokraten ist Gauck, der Freiheit und Mut auch in der grössten Krise einfordert, geradezu der Prototyp eines bürgerlichen Revolutionärs, kein Ja-Sager wie Wulff. Es bleibt deshalb ein Rätsel, was die Kanzlerin bewogen hat, einen Mann ins Amt heben zu wollen, der seine Wortwahl ebenso wenig im Griff hat wie Horst Köhler. Erinnern wir uns an die umstrittene Pogrom-Äusserung von Wulff im Jahr 2008, als ihm der Zentralrat der Juden in Deutschland vorwarf eine «Brandstifter-Rede» gehalten zu haben. Wulff sagte damals in der N24-Talkshow «Studio Friedman» wörtlich: «Ich finde, wenn jemand 40 Millionen Steuern zahlt als Person und Zehntausende Jobs sichert, dann muss sich gegen den hier nicht eine Pogromstimmung entwickeln.» Ein solch unüberlegter und dümmlicher Satz dürfte Joachim Gauck wohl kaum über die Lippen rauschen.


Yes he can!
Joachim Gauck ist ein eloquenter Kämpfer für die Freiheit und er kann unbequeme Fragen stellen, anders als Christian Wulff, der in stromlinienförmiger Weise versucht Politik zu betreiben. Angela Merkel hat als Kanzlerin nicht nur bei der Eurokrise vollständig versagt, sondern nun auch bei der Auswahl des Kandidaten für den Bundespräsidenten, wo es scheinbar nur noch um kleinkarierten Parteienproporz geht, statt um die Notwendigkeit den besten Kandidaten zu finden. Die Kanzlerin sollte nicht aus dem Auge verlieren, dass eine Niederlage Ihres Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl ihren Sturz einleiten würde. Noch könnte Sie gegensteuern, doch dies würde gesunden Menschenverstand erfordern, eine Fähigkeit die die Kanzlerin in den letzten Monaten verloren hat. Deshalb wird die Wahl des deutschen Bundespräsidenten auch eine Schicksalswahl für die Regierung sein. Wer will, dass Deutschland weiter führungslos bleibt, wird sich für Merkel und Wulff entscheiden – wer eine neue starke Führung will, muss für Gauck und damit in Folge für Neuwahlen plädieren. Christian Wulff mag zwar an Jahren jünger sein als Joachim Gauck, doch geistig ist dieser bereits völlig ergraut. Ganz anders der im Kopfe jung gebliebene Gauck, der sich nicht zu verstecken braucht: Yes he can! muss die Devise für ihn lauten und vielleicht erkennt Wulff doch noch seine eigene Inkompetenz für das höchste Staatsamt. Gauck, der Hemingway, Johann Sebastian Bach, Udo Lindenberg liebt, hat das Zeug dazu, einer der ganz grossen Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Deshalb bleibt jedem der 1244 Mitgliedern der Bundesversammlung, der noch der Wahrheit und dem Volk verpflichtet ist, nur eine einzige Alternative bei der Stimmabgabe: Gauck for President!





Artur P. Schmidt
Der Wirtschaftskybernetiker Dr.-Ing. Artur P. Schmidt wurde in Stuttgart geboren. Er besuchte im Stadtteil Zuffenhausen das Ferdinand-Porsche-Gymnasium und machte dort das Abitur. Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart und Berlin schloss er im Alter von 27 Jahren mit  der Bestnote im Fachgebiet Raketentechnik ab, so dass ihm von Prof. H.H. Koelle die Promotion angetragen wurde. Im Alter von 30 Jahren erhielt Artur P. Schmidt den Doktortitel für ein kybernetisches Marktanalyse-Verfahren am Beispiel der Strategischen Planung von Airbus Industries. Nach einer Beratungstätigkeit bei Anderson Consulting sowie als Leiter der Strategischen Analyse der Ruhrgas AG war Dr. Schmidt Stipendiant der Stiftung zur Förderung der systemorientierten Managementlehre und letzter Schüler von Prof. Hans Ulrich, dem Begründer des St. Galler Management-Ansatzes. Während dieser Zeit begann Dr. Schmidt seine publizistische Laufbahn, aus denen Bestseller wie «Endo-Management» und «Der Wissensnavigator» sowie Wirtschaftsbücher wie «Wohlstand_fuer_alle.com» oder «Crashonomics» hervorgingen. Sein neuestes Buch, welches im EWK-Verlag (www.ewk-verlag.de ) erschienen ist, heisst  «Unter Bankstern».















Heute ist Artur P. Schmidt Herausgeber des Online-News-Portals www.wissensnavigator.com sowie der Finanz-Portale www.bankingcockpit.com , www.wallstreetcockpit.com , www.futurescockpit.com und www.optioncockpit.com sowie Geschäftsführer der Tradercockpit GmbH (www.cockpit.li ). Dr. Schmidt ist ein gefragter Keynote-Speaker sowie Kolumnist für zahlreiche Finanzpublikationen. 

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