Auch Nestlé spürt weltweite Wirtschaftskrise

Das für den Nahrungsmittelkonzern wichtige organische Wachstum lag im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009 bei +3,8%, wobei 0,3% auf Mengenwachstum (RIG) und 3,5% auf Preisanpassungen zurückzuführen waren. Die Raten haben sich somit im Vergleich zu den Vorquartalen deutlich verlangsamt, lag das organische Wachstum im vierten Quartal doch noch bei +6,7% und das RIG bei +1,2%. Im Vorjahresquartal hatte das organische Wachstum gar rekordhohe 9,8% betragen, im ganzen Jahr 2008 waren es +8,3%.


Umsatz um 2,1 Prozent rückläufig
Der Umsatz ging in der Berichtsperiode um 2,1% auf 25,174 (VJ 25,717) Mrd CHF zurück. Veräusserungsbereinigte Akquisitionen hatten einen negativen Einfluss von -0,7%, der Nettowährungseffekt war wegen des zu den meisten Währungen starken Frankens -5,2%, wie der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern mitteilt. Damit hat Nestlé die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bei org. Wachstum und RIG knapp getroffen, beim Umsatz allerdings verfehlt. Diese hatten das organische Wachstum bei +3,9% (Bandbreite +2,7 bis +5,0%), das interne Realwachstum bei +0,4% (-0,6 bis +1,1%) und den Umsatz bei 25,97 Mrd CHF (Bandbreite 25,47 – 26,25 Mrd) geschätzt.


Flaschenwasser-Industrie auf sinkendem Ast
Das (Kern)-geschäft mit Nahrungsmitteln und Getränken erreichte ein organisches Wachstum von +3,6%, wobei das interne Realwachstum gar leicht negativ war (-0,1%). Relativ schwach entwickelte sich der Bereich Nestlé Waters mit einem RIG von -4,0% (Org. Wachstum -2,5%). Dies widerspiegle den anhaltenden Abwärtstrend der Flaschenwasser-Industrie, vor allem in Osteuropa und im Heim-und-Büro-Segment in Nordamerika.


Nestlé Nutrition: Europa- und US-Geschäft schwächelt
Auch bei Nestlé Nutrition war das RIG mit -4,3% deutlich negativ, wobei sich hier dank höherer Preise ein org. Wachstum von 0,0% ergab. Dies stehe im Vergleich mit einem organischen Wachstum von +14,4% im ersten Quartal 2008, widerspiegle aber auch ein schwaches Wachstum im europäischen Geschäft mit Säuglingsernährung sowie schwächere Marktbedingungen in den Vereinigten Staaten, was vor allem Jenny Craig beeinflusst habe. Dennoch hätten viele aufstrebende Märkte ein gutes Wachstum erzielt, unterstützt durch eine starke Innovations- und Renovationspipeline.


Alcon wächst organisch um 5,4 Prozent
Unter den Zonen war Europa bezüglich RIG mit -1,3% negativ (org. Wachstum +0,5%), während die Zone Nord- und Südamerika +2,0% (+7,1%) und die Zone Asien/Ozeanien/Afrika +0,8% (+5,8%) erreichten. Noch relativ stark war der Bereich Pharma (Alcon), der mittelfristig an Novartis gehen soll, mit einem RIG von +6,1% (org. Wachstum +5,4%).


Ausblick 2009 bestätigt
Der anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im Februar gegebene Ausblick für 2009 wurde trotz der Bremsspuren im ersten Quartal bestätigt. Dementsprechend erwartet der Nahrungsmittelkonzern für das ganze Jahr 2009 ein «an 5% zumindest heranreichendes organisches Wachstum sowie eine Verbesserung der EBIT-Marge bei konstanten Wechselkursen». Die erwartete Performance sei «in line» mit dem langfristig ausgerichteten Nestlé-Modell, heisst es.


«Herausforderndes Umfeld»
«Unsere Antwort auf das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2009 ist, neue Gelegenheiten zu nutzen und Schlüsselinitiativen in Bereichen wie Erschwinglichkeit von Produkten, Innovation und Renovation sowie Kosteneffizienz zu beschleunigen», wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert. Die wachsende Dynamik, die von solchen Initiativen ausgehe, ebenso wie die Stärke der Marken und die weltweite Präsenz erlaubten die Bestätigung der Zielvorgabe für das Gesamtjahr 2009. (awp/mc/ps/04)

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