Auftragseingänge in Deutschland legen erneut überraschend deutlich zu

Allerdings wurde auch das Plus vom Vormonat von 4,5 Prozent auf 3,8 Prozent nach unten revidiert.


Inlandnachfrage steigt – Auslandnachfrage geht zurück
Begünstigt wurde die Entwicklung im Juli laut Ministerium von überdurchschnittlich vielen Grossaufträgen. Die Inlandsnachfrage stieg dadurch kräftig um 10,3 Prozent, während die Nachfrage aus dem Ausland um 2,3 Prozent zurückging. Angesichts des deutlichen Auftragszuwachses in den Sommermonaten geht das Ministerium davon aus, dass die Industrieproduktion im dritten Quartal erstmals seit dem Einbruch in den Wintermonaten wieder zulegen wird.


In den jeweiligen Branchen konnten die Hersteller von Vorleistungs- und Investitionsgütern weitere Zuwächse verbuchen. Bei den Vorleistungsgütern lag das Plus bei 5,2, Prozent, bei den Investitionsgütern bei 3,2 Prozent. Die Hersteller von Konsumgütern mussten indes einen Auftragsrückgang von 1,5 Prozent hinnehmen.


Trend zeigt nach oben – trotzdem Abschwächung erwartet
«Auch wenn der Anstieg weitgehend auf Grossaufträge im sonstigen Fahrzeugbau zurückzuführen ist, bleibt der Trend bei den Orders klar noch oben gerichtet», gibt sich die Commerzbank zuversichtlich. Entsprechend dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr kräftig wachsen. Auch das Wirtschaftsministerium erwartet für das dritte Quartal eine deutliche Belebung der Industrieproduktion.


Die Grossbank UniCredit verweist jedoch vor allem auf die kurzfristige Natur wichtiger Impulse. So zeige der deutliche Rückgang der Fahrzeugbestellungen im Juli, dass die Erholung der Industrie vor allem auf zeitlich begrenzte Massnahmen wie die Abwrackprämie zurückzuführen sei. Spätestens Anfang 2010 sei daher mit einer Abschwächung des Trends zu rechnen. Die leeren Lager der Unternehmen und die erholte Auslandsnachfrage sprächen jedoch für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bis zum Jahresende.


Im Zweimonatsvergleich kräftiges Plus von 7,8 %
Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) stieg der Auftragseingang kräftig um 7,8 Prozent. Impulse kamen dabei zu gleichen Teilen aus dem Inland und dem Ausland. Auf Jahressicht gaben die Aufträge zwar abermals kräftig nach, der Abwärtstrend verlangsamte sich aber weiter. So lag das jährliche Minus im Juli bei 19,8 Prozent, nach minus 25,2 Prozent im Vormonat. Im Zweimonatsvergleich (Juni/Juli) gingen die Aufträge auf Jahressicht um 22,6 Prozent zurück. (awp/mc/pg/20)

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