BAK erhöht BIP-Prognose für 2010

Getragen werde die kräftige Zunahme vor allem von den Exporten und den privaten Konsumausgaben. Auch der erstaunlich resistente und bereits wieder im Aufwärtstrend begriffene Arbeitsmarkt sei ein wichtiger Faktor. Das hohe Wachstumstempo – besonders der Exporte – werde aber in den kommenden Monaten nicht beibehalten werden können. Damit werden auch dem Arbeitsmarkt engere Grenzen gesetzt. BAKBASEL rechnet für 2011 nur mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3,7%.


Euro-Krise mittelfristig gefährlich
Zudem hätten durch die Vertrauens- und Schuldenkrise im Euroraum die Risiken besonders mittelfristig wieder deutlich zugenommen. In der Basisprognose gehen die Experte davon aus, dass die negativen Auswirkung auf die Realwirtschaft in der Eurozone regional begrenzt bleiben. Der dämpfende Effekt einer insgesamt deutlich restriktiveren Fiskalpolitik werde mittelfristig mehr als kompensiert, wenn die Sparmassnahmen das Vertrauen zurückbringen.


Nachholeffekte
Grosse europäische Wirtschaftsakteure wie Deutschland und Frankreich sollten unter diesen Voraussetzungen ab 2012 auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückkehren. Zudem dürfte es zu Nachholeffekten von 2012 bis 2015 kommen, von denen dann auch die Schweiz als wichtiger Handelspartner profitieren sollte.


Alternativ-Szenario
In einem alternativen Szenario zeigen die Experten hingegen, wie sich eine deutlich stärkere Belastung des Wachstums auswirken könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Staatsverschuldung zu nachhaltigen strukturellen Problemen führt und damit das Wachstum der gesamten Eurozone belastet, sei mit 40% relativ hoch. Zudem bestehe diese Gefahr auch für die USA, Grossbritannien und Japan.


In diesem Fall würde sich das BIP-Wachstum der Basisprognose von leicht über 2% für 2012 bis 2015 auf dann lediglich 1,3% bis 2013 abschwächen. Im Durchschnitt läge das Wachstum von 2012 bis 2015 bei 1,6%. Hierbei würden insbesondere die Exporte schwächer ausfallen und der Aufwertungsdruck auf den Franken mittelfristig hoch bleiben, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure beeinträchtigen würde. Schwerwiegender seien aber die negativen Nachfrageeffekte, die sich durch die schwächere Wirtschaftsentwicklung der Handelspartner ergäben.


Auch die Arbeistlosenquote würde in diesem Fall auf etwa 3,8% verharren. Die Schweizer Binnenkonjunktur sei aber nicht so stark betroffen wie die Exporte. Ab 2014 komme es zu einer Gegenbewegung, da die Verluste beim verfügbaren Einkommen durch die niedrige Inflationsrate kompensiert würden. Zudem dürfte in diesem Szenario die Zinspolitik der Notenbank deutlich expansiver bleiben als in der Basisprognose, wovon die privaten Konsumausgaben und Investitionen ebenfalls profitieren sollten. Insgesamt würde das BIP allerdings im Jahr 2015 um rund 15 Mrd CHF niedriger ausfallen als im Basisszenario. (awp/mc/ps/16)

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