BAK senkt Prognose für reales BIP 2009 auf -2,5 Prozent

Die negativen realwirtschaftlichen Rückwirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise seien insgesamt etwas ausgeprägter als noch im Frühjahr erwartet, teilten die Konjunkturforscher mit.. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die stark rückläufigen Schweizer Exporte und Unternehmensinvestitionen vom ersten Halbjahr 2009. Zuletzt hatte BAK ihre BIP-Prognose für 2009 Mitte März 2009 auf -2,1% von zuvor -0,7% gesenkt und die Schätzung für 2010 auf +0,6 von +1,2% angepasst.


Immobilienmarkt und Pharmabranche stützen
Verglichen mit den USA, Grossbritannien oder Spanien profitiert nach Ansicht der Ökonomen die Schweizer Volkswirtschaft davon, dass sie nicht mit spekulativen Übertreibungen auf dem Immobilienmarkt zu kämpfen hat. Stützend wirke ferner die – im Vergleich zu klassischen Exportnationen wie Japan oder Deutschland – grosse Bedeutung der relativ konjunkturresistenten pharmazeutischen Industrie. Aufgrund der hochwertigen Produkte und der relativen Unabhängigkeit vom Konjunkturzyklus könnten hier auch 2009 Zuwächse, wenn auch geringe, erwartet werden.


Übrige Exportbranchen leiden
Es dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass die übrigen wichtigen Exportbranchen (Investitionsgüter, Tourismus, Finanzsektor) insgesamt in erheblichem Masse unter dem rezessiven weltwirtschaftlichen Umfeld leiden.


Das Schlimmste am Arbeitsmarkt steht noch bevor
Auch der Arbeitsmarkt zeigte sich bislang krisenresistenter als in vielen anderen OECD-Ländern. Der konjunkturelle Einbruch dürfte den Arbeitsmarkt erst im Verlauf der kommenden Quartale voll erfassen. Dies gilt insbesondere für das Jahr 2010, wenn die gegenwärtig den Arbeitsmarkt stützenden Instrumentarien wie Kurzarbeit oder der Abbau von Überstunden auslaufen, so die Konjunkturforscher.


Die Arbeitslosenquote werde im Jahresdurchschnitt 2010 auf 5,2% ansteigen (Stand Mai 2009: 3,4%), heisst es weiter. (awp/mc/pg/13)

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