Barclays erwartet unverändertes Vorsteuerergebnis

Der Vorsteuergewinn für 2007 werde bei etwa 7,1 Milliarden britische Pfund (rund zehn Milliarden Euro) liegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in einem Zwischenbericht mit. Damit werde der Gewinn je Aktie (EPS) «weitgehend im Einklang mit den aktuellen Markterwartungen» von 68,8 Pence je Aktie ausfallen. Anders als in den vergangenen vier Jahren werde es 2007 allerdings keine Gewinnsteigerung geben. Im vergangenen Jahr hatte Barclays seinen Vorsteuergewinn um 35 Prozent auf 7,14 Milliarden Pfund gesteigert.


Ankündigungen werden positiv aufgenommen
An der Börse legten Barclays-Papiere nach der Ankündigung um 5,03 Prozent auf 522,00 Pence zu. Die Aussagen der drittgrössten britischen Bank seien positiv aufgenommen worden und hätten dem Markt einen Teil der zuletzt grossen Sorgen um den Finanzsektor genommen, sagten Händler. Es sorge für Erleichterung, dass keine neuen Verluste aus der weltweiten Kreditkrise bekannt gegeben worden seien. Mitte November hatte Barclays bereits mitgeteilt, dass ihr die Krise trotz Milliarden-Belastungen nicht so schwer zugesetzt hat wie befürchtet.


Weitere Abschreibungen befürchtet
Zuletzt hatte es dennoch Spekulationen über das Ausmass der Kreditmarktkrise in den USA für die Bank gegeben. Beobachter hatten Abschreibungen in Höhe von bis zu 5 Milliarden Pfund (7 Milliarden Euro) und sogar hohe Verluste befürchtet. Barclays hatte am 15. November mitgeteilt, dass die Bank zwischen Juli und Oktober 1,3 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro) in der Investmentsparte abschreiben musste. Dennoch habe die Tochter Barclays Capital dank eines starken Renten- und Devisengeschäfts in den ersten zehn Monaten einen Vorsteuergewinn über dem Vorjahresniveau erzielt.


Barclaycard-US-Geschäft soll 2007 in die Gewinnzone zurückkehren
Auch das US-Geschäft der Kreditkarten-Sparte Barclaycard werde im laufenden Jahr wie geplant in die Gewinnzone zurückkehren, hiess es in der Mitteilung weiter. Das Filialgeschäft auf dem britischen Heimatmarkt entwickle sich ebenfalls positiv und sei auf Kurs, die Jahresziele zu erreichen. Vor Sondereffekten sei der Vorsteuergewinn hier deutlich gewachsen. Sowohl das Einlagen- als auch das Hypothekengeschäft auf dem britischen Heimatmarkt zeige deutliche Zuwächse. Das gute Ergebnis werde im laufenden Jahr wegen Schadenersatzzahlungen an britische Kunden für möglicherweise illegale Überziehungskredite belastet. Im ersten Halbjahr hatte Barclays 87 Millionen Pfund an Kunden gezahlt, die sich gegen die aufgelaufenen Überziehungskredite zur Wehr gesetzt hatten.


«Beruhigender Zwischenbericht»
Die britische Bank habe einen beruhigenden Zwischenbericht veröffentlicht, schrieb Analyst John-Paul Crutchley von Merrill Lynch am Morgen in einer ersten Stellungnahme. Das Wachstum des britischen Privatkunden- und Einlagengeschäfts sei gut, das von Barclaycard stark. Einige Analysten rechnen in den kommenden Wochen allerdings mit weiteren Abschreibungen auf forderungsbesicherte Wertpapiere aus dem Hypotheken- und Kreditkartengeschäft. «Wir glauben, Barclays könnten weitere Abschreibungen auf das 5 Milliarden Pfund schwere Portfolio und auch auf die Hypothekenkredite von 5,4 Milliarden Pfund drohen», schreibt Sandy Chen von Panmure Gordon. (awp/mc/pg)

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