Barclays schafft weltgrösste Investmentbank

Barclays wird im Gegenzug Grossaktionär bei der neuen BlackRock Global Investors mit Sitz in New York. Das Tauschgeschäft ist auch für die 410 BGI-Mitarbeiter lukrativ: Sie erhalten durch den Deal 380 Millionen Pfund (450 Mio Euro). Die BGI-Mitarbeiter hatten zuvor über einen Bonusplan Aktien und Aktienoptionen an ihrem Unternehmen erhalten. Allein Barclays- Präsident Robert Diamond bekommt 22 Million Pfund (26 Mio Euro). Er hatte das Geschäft als «aufregende Möglichkeit» für Barclays und BlackRock Global Investors gepriesen.


Saftige Vertragsstrafe
Eine Hürde für den Verkauf war zunächst der BGI-Fondsspezialist iShares, der Bestandteil des BlackRock-Deals ist. Die Briten hatten diese Tochter jedoch an die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners in einer Kaufabsicht unter Vorbehalt veräussert. Die Luxemburger sollte eigentlich bis Donnerstag Zeit bekommen, ihr Angebot nachzubessern. Barclays zahlt den Luxemburgern nun aber 175 Millionen Dollar (127 Mio Euro) Vertragsstrafe.


Aktientausch
BlackRock hatte Barclays 13,5 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro) angeboten. Die eine Hälfte soll in bar fliessen, die andere im Umfang von etwa 19,9 Prozent BlackRock-Aktien. Die Barclays-Aktionäre müssen dem Tauschgeschäft noch auf einer Hauptversammlung im August zustimmen. BlackRock verwaltet dann mehr als 2,8 Billionen Dollar (2 Billionen Euro) Vermögen.


Frisches Kapital
Barclays hatte bisher keine Staatshilfen in Anspruch genommen, anders als viele seiner Konkurrenten. Durch das Tauschgeschäft erhält Barclays dringend benötigtes frisches Kapital. Bisher nahmen die Royal Bank of Scotland (RBS), die Halifax Bank of Scotland und Lloyds Banking Group insgesamt 37 Milliarden Pfund (43 Mrd Euro) in Anspruch. (awp/mc/ps/34)

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