Bauhauptgewerbe: Umsatz steigt 2008 um 5,2 Prozent – Abschwächung erwartet

Doch der Höhepunkt scheint überschritten zu sein: Im vierten Quartal 2008 hätten die Auftragseingänge stagniert, im laufenden Quartal seien die Bauvorhaben rückläufig. Das deute auf eine Abschwächung der Baukonjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2009 hin, schrieb der SBV. 2008 sei ein «sehr hohes» Niveau» erreicht worden, sagte SBV-Sprecher Alfonso Tedeschi auf Anfrage. Von einem Rekord könne man trotzdem nicht sprechen, denn die Zahlen seien nicht an die Bauteuerung angepasst.


Umsatz von 4,7 Mrd. Franken im Schlussquartal
Die SBV-Mitgliederfirmen setzten allein im vierten Quartal 4,7 Mrd CHF um, 6,1% mehr als im Vorjahresquartal. Die Umsätze im Hochbau gingen in der gleichen Zeitspanne um 1,7% zurück. Dagegen legte der Tiefbau im Berichtsquartal um 14,9% zu, was vor allem einigen grossen Infrastrukturprojekten wie der Durchmesserlinie Zürich sowie den Neat-Losen Ceneri, Erstfeld und Amsteg zuzuschreiben sei, heisst es in der Umfrage des SBV.


Zenit im Wohnungsbau erreicht
Das Wachstum im Wohnungsbau flaute auf +1,0% ab. «Der Zenit scheint erreicht zu sein», erklärte der SBV. Rückläufige Auftragseingänge (-6,3%) bestätigten dies. Trotzdem bleiben die Baumeister zuversichtlich: «Die sehr tiefen Hypothekarzinsen und die weiterhin positive Bevölkerungsentwicklung stützen die Nachfrage nach Wohnimmobilien.»


Aargau, Graubünden und St. Gallen legen stark zu
Regional betrachtet sind die Unterschiede im Wohnungsbau gross: Während in Zürich (-1,5%), Waadt (-8,4%) und Luzern (-26,3%) weniger gebaut wurde, legten die Kantone St. Gallen (+8,6%), Graubünden (+21,4 %) und Aargau (+48,2%) stark zu. Tedeschi begründet die Abnahme der Bautätigkeit mit einer «Normalisierung» nach einem Bauboom. Auch bei den Wachstumsregionen sei eine baldige Normalisierung zu erwarten.


Gewerblich-industrieller Bau legt noch um 5,5 % zu
Der gewerblich-industrielle Bau wuchs um 5,5%. Letztes Jahr hatte dieser Sektor noch um 14,3% zugelegt. Die Auftragseingänge nahmen um 17,2% ab, die Bauvorhaben um 11,5%. Dies lasse erahnen, dass eine «starke Abkühlung» bevorstehe. Es sei offen, wie stark sich dieser Rückgang auf die gesamte Bautätigkeit durchschlagen werde. Der Wirtschaftsbau macht 15 % des Gesamtumsatzes aus.


Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten wuchs 2008 um 2,8% auf 78’700 Personen. Dabei nahm das Baustellenpersonal allein um 3,4% auf 62’000 Personen zu. (awp/mc/ps/18)

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