Bierkonsum in der Schweiz um 3,5% gestiegen

Die Brauwirtschaft erzielte damit nach Angaben des Verbands einen Umsatz von rund einer Milliarde Franken. Zum höheren Konsum beigetragen haben im Juni auch die Holländer, Franzosen oder Deutschen, die während der EURO 2008 in die Schweiz strömten, um ihr Fussballteam zu unterstützen. Trotz frühen Ausscheidens der Schweizer Nationalmannschaft und schlechten Wetters habe das Fussballfest den Brauereien einen gesteigerten Absatz beschert, heisst es.


Zufriedenstellendes Resultat
Mit 3,5% liegt die Umsatzsteigerung über der des Vorjahrs (2,5%). Mehr hätten die Brauer trotz Austragung der EURO in der Schweiz nicht erwartet, sagte Marcel Kreber, Direktor des Brauerei-Verbands, auf Anfrage. «Das Absatzplus ist durchaus zufriedenstellend.» In der Bevölkerung und in den Medien sei das Gewicht der EURO eher überbewertet worden. «Die EURO hat im Juni stattgefunden – das Jahr besteht aber aus zwölf Monaten», sagte Kreber. So hat nach Angaben des Verbands zum Beispiel auch der milde Winter zu mehr Bierkonsum geführt.


Bierimporte 3,9 % höher
Die Bierimporte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,9%. Der Marktanteil des im Ausland produzierten Biers liegt wie im Vorjahr bei knapp einem Fünftel. Der Verband führt den aus seiner Sicht «sehr hohen» Importanteil unter anderem auf die hohen Lohnkosten, die höheren Strompreise und die Werbebeschränkungen in der Schweiz zurück.


Inländische Produktion steigt auf 3,6 Mio. Hektoliter
Auch die inländische Bierproduktion konnte im EURO-Jahr gesteigert werden. Sie nahm um 3,4% auf mehr als 3’600’000 hl zu. Knapp 70’000 hl exportierten Schweizer Brauer ins Ausland. Das sind 24% mehr als im Vorjahr. Allerdings macht der Export nur zwei Prozent der gesamten inländischen Produktion aus.


Preiserhöhungen wegen gestiegener Preise für Braurohstoffe
Zu leiden hätten die Bierbrauer nach wie vor unter den enorm gestiegenen Preisen für die Braurohstoffe Malz und Hopfen, schreibt der Verband weiter. Auch die Ausgaben für Verpackungen, Energie und Transport fielen wegen des hohen Ölpreises ins Gewicht. Diese Umstände haben einzelne Produzenten bereits veranlasst, die Bierpreise zu erhöhen. So kündigte etwa Feldschlösschen eine durchschnittliche Erhöhung der Bierpreise um 4,5% auf Anfang Jahr an. Andere Mitglieder des Brauerei-Verbands wie Rugenbräu wollen den Frühling abwarten.


Mitentscheidend sind unter anderem die Länge der Verträge, welche die Brauereien mit ihren Lieferanten geschlossen haben. «Eine generelle Erhöhung der Bierpreise ist daher noch nicht absehbar», sagte Kreber.


109 Mio. Franken in die Bundeskasse
Durch die Biersteuer flossen im vergangenen Braujahr 109 Mio CHF in die Bundeskasse. Die Mehrwertsteuererträge auf die Bierverkäufe im Gastgewerbe und Detailhandel schätzt der Verband auf über 200 Mio CHF. In diesen Beträgen nicht enthalten sind die gewöhnlichen Unternehmenssteuern. (awp/mc/pg/30)

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