Bâloise will in Deutschland zukaufen

Im Vordergrund stehe das Nichtlebengeschäft, sagte Verwaltungsratspräsident Rolf Schäuble in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» (FuW, Ausgabe 20.10.) «Im Gesamtkonzern haben wir einen leichten Überhang im Lebensegment, den wir mit der Zeit ausgleichen möchten.» Die Zielgesellschaft müsse bezüglich Struktur und Ausrichtung zur Bâloise passen und zusätzlich müsse auch der Preis stimmen, so Schäuble.


Attraktiver deutscher Markt
Der deutsche Markt sei, obschon hart umkämpft, attraktiv. Das Wachstumspotenzial reifer Märkte wie Deutschland sollte nicht unterschätzt werden, sagte Schäuble. Die deutsche Wirtschaft expandiere, allein die Konzentration wirtschaftlicher Werte und die Ausdehnung der Anlagevermögen sorgten für Geschäftsmöglichkeiten.


Demografische Alterung schafft Potenzial
Dazu komme die demografische Alterung, die zusätzliches Potenzial insbesondere in der Vorsorge schaffe. Bâloise ist in der Schweiz mit Prämieneinnahmen von rund 3,8 Mrd CHF die Nummer vier, in Deutschland kommt Bâloise mit 2,1 Mrd CHF noch nicht unter die Top 20.


Wachstumsmöglichkeiten in Ost- und Südosteuropa
«Vorzügliche Wachstumsmöglichkeiten» sieht Schäuble zudem in Ost- und Südosteuropa. Kein Thema mehr seien dagegen Frankreich, Italien, Spanien und die USA, aus denen sich Bâloise zurückzog.


Offene Investitionsfragen
Ob möglicherweise die von Bâloise im laufenden Aktienrückkaufprogramm erworbenen eigenen Aktien zur Bezahlung von Übernahmen eingesetzt werden, liess Schäuble offen. «Es wäre zum Wohle der Aktionäre, wenn wir das Geld in ertragsreiches Wachstum investieren könnten», so der VRP. Er persönlich ziehe die Investition der Vernichtung der Papiere vor.


Jahresziel bestätigt
Schäuble bestätigte zudem das bisherige Jahresziel, den Rekordgewinn aus dem Jahr 2000 von 634 Mio CHF zu übertreffen. «Am Ziel von mehr als 630 Mio CHF Gewinn halten wir fest. Ich sehe nicht den geringsten Grund, davon abzuweichen». (awp/mc/ab)

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