BLS Cargo verzeichnet 2008 Gewinnrückgang trotz steigendem Marktanteil

Bis April 2009 hätten die Kunden viele Zugsfrequenzen abbestellt. Zu spüren bekam und bekommt die international tätige BLS Cargo den dramatischen und strukturellen Markteinbruch bei der europäischen Automobilindustrie sowie bei der internationalen Containerschiffahrt und dem Hafenumschlag.


Überkapazitäten bei Lokomotiven und Lokführern
Durch den Nachfragerückgang hat die BLS Cargo Überkapazitäten bei den Lokomotiven und den Lokführern. Nun versucht das Unternehmen, Loks und Lokführer vorübergehend inner- oder ausserhalb der BLS-Gruppe einzusetzen. So vermietet BLS Cargo etwa Lokomotiven an die BLS für deren Personenverkehr.


Kurzarbeit eventuell ein Thema
Ziel sei es, die Krise ohne Kündigungen zu überstehen, betonte BLS-CEO Bernard Guillelmon. «Wir werden uns auch mit der Frage befassen, ob im zweiten Halbjahr 2009 Kurzarbeit ein Thema sein könnte, ergänzte Stahl. Die BLS Cargo will im laufenden Jahr 9 Mio CHF einsparen.


2008 ein erfreuliches Jahr
2008 war für BLS Cargo indessen noch ein erfreuliches Jahr, auch wenn sich im vierten Quartal die Wirtschaftskrise bemerkbar machte. Die Verkehrsleistungen nahmen insgesamt um 10% auf 3’697 Mio Nettotonnenkilometer zu. Der Marktanteil im Alpentransit durch die Schweiz stieg von 40 auf 43%.


Überdurchschnittliches Wachstum am Gotthard
Ein überdurchschnittliches Wachstum von 23,3% verzeichnete BLS Cargo am Gotthard. Demgegenüber stagnierte der Verkehr auf der Lötschberg-Simplon-Achse. Stahl begründete das Wachstum am Gotthard mit neuen Produkten und einer teilweisen Verlagerung von Lötschbergverkehr bei bestehenden Produkten.


Rollende Autobahn mit 5 % Wachstum
Bei der rollenden Autobahn verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von fünf Prozent. Damit liege man aber weit hinter den Erwartungen. Grund sei der letztjährige Streik in der SBB-Werkstätte in Bellinzona, die für BLS Cargo Wartungsarbeiten durchführt.


Gewinn sinkt auf 3 Mio. Franken
Die Rechnung schloss BLS Cargo 2008 mit einem Gewinn von 3 Mio CHF ab, deutlich weniger als im Jahr zuvor mit 14,9 Mio CHF. Der starke Gewinnrückgang ist laut Stahl vor allem auf die Veränderung des Wechselkurses zum Euro zurückzuführen. Der betriebliche Gesamtertrag nahm um 5,1% auf 201,5 Mio CHF zu. Das Betriebsergebnis EBIT (nach Abschreibungen, vor Zinsen) beträgt 11,2 Mio CHF Im Vorjahr waren es noch 13,5 Mio CHF gewesen.


Für Zukunft gerüstet
Aus strategischer Sicht sieht sich die BLS Cargo auch dank neuer Aktionärsstruktur für die Zukunft gerüstet. Rückwirkend auf 1. Januar 2008 erhöhte die deutsche DB Schenker den Aktienanteil an BLS Cargo von 20 auf 45%. Die BLS AG hält aber an der Mehrheitsposition fest und ist im Besitz von 52% der Aktien.


Partnerschaftsofferte an SBB Cargo noch offen
Noch hängig ist die Partnerschaftsofferte an die defizitäre SBB Cargo. Hier strebt die BLS Cargo zusammen mit DB Schenker eine Produktionszusammenarbeit mit SBB Cargo an. «Keine Beteiligung», wie Guillelmon präzisierte. Der Ball liege bei der SBB. Diese prüft verschiedene Offerten und will voraussichtlich Mitte Jahr entscheiden. (awp/mc/pg/24)

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