BNP Paribas schlägt sich in Krise weiter wacker

Anders als zum Beispiel die Deutsche Bank musste die französische Bank dabei auch nicht auf erst seit Mitte Oktober mögliche neue Bilanzregeln zurückgreifen, um überhaupt in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Die BNP Paribas hatte sich – anders als der deutsche Branchenprimus – nicht davor gescheut staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Damit wollte BNP-Paribas-Chef Baudouin Prot vor allem Nachteile bei der Finanzierung gegenüber der angelsächsischen Konkurrenz verhindern.


Krisengewinner
Die französische Bank gilt unter Experten neben der spanischen Santander als einer der Krisengewinner. Unter anderem sicherte sich die BNP Paribas Anfang Oktober einige Filetstücke des inzwischen zerschlagenen belgisch-niederländischen Finanzkonzerns Fortis. Mit den dadurch übernommenen 1.100 Filialen und 3,3 Millionen Kunden wird die BNP gemessen an den Einlagen die grösste Bank in der Eurozone. Dieser Quantensprung im Einlagengeschäft sei «das Wichtigste in der aktuellen Lage», hatte Prot Anfang Oktober gesagt. «Das ist ein Sprung in der Grössenordnung. Für Marktanteile, Einlagengeschäft und Vermögensverwaltung gilt: Grösser ist besser. Besonders, wenn man zu attraktiven Preisen dahin kommt. Das mag ich an dieser Transaktion.»


Quartalszahlen enttäuschen
Am Aktienmarkt wird diese Marschrichtung mit deutlich geringeren Kursverlusten als diejenigen der Konkurrenz honoriert. Das Papier verlor in den vergangenen zwölf Monaten nur ein Fünftel ihres Wertes, während die Deutsche Bank zum Beispiel im gleichen Zeitraum knapp 60 Prozent verlor. Die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen fielen allerdings etwas schwächer aus als von Experten erwartet. Am Aktienmarkt gab das Papier am Vormittag rund 3,5 Prozent ab. Die Bank verdiente mit 901 Millionen Euro rund 56 Prozent weniger als vor einem Jahr. Experten hatten mit einem Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro gerechnet.


Stabiles Privatkundengeschäft
Die Erträge seien um ein Prozent auf 7,61 Milliarden Euro gesunken. Die Auswirkungen der Finanzkrise seien im dritten Quartal deutlich grösser als in den Vorquartalen gewesen. Insgesamt habe die Finanzkrise das Ergebnis mit rund einer halben Milliarde Euro belastet. Den Ertrags- und Gewinneinbruch im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung konnte die BNP Paribas durch ein stabiles Privatkundengeschäft teilweise ausgleichen. Probleme bereitete dagegen die deutlich erhöhte Risikovorsorge. Die fiel höher aus als von Analysten erwartet. (awp/mc/ps/03)

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