Bobst erwartet für 2010 Rückkehr zu organischem Wachstum

Für die Umsatzentwicklung hat das Unternehmen ein positiveres und ein negativeres Szenario erarbeitet. Derzeit entspreche die Entwicklung dem schlechteren der beiden Szenarien, erklärte der CFO. Gemäss dem positiveren kann der Umsatz auch auf gegen 1’500 Mio CHF zu liegen kommen. Von den prognostizierten 1’250 Mio CHF an Umsatz entfallen – aufgegliedert nach den neu geschaffenen drei Buiness Units (BU) – 550 Mio CHF auf die BU Bogendruck, 300 Mio CHF auf die BU Rollenrotationsdruck und 400 Mio CHF auf die BU Services. Weiter steht die Prognose unter der Annahme eines durchschnittlichen Dollarkurses von 1 CHF, der Euro ist mit 1,50 CHF eingesetzt und das englische Pfund mit 1,70 CHF.


CEO warnt vor zuviel Euphorie für 2010
Der Tiefpunkt sei überschritten, dies sei die gute Nachricht, sagte CEO Jean-Pascal Bobst. «Das Jahr 2010 wird aber dennoch schwierig», warnte er vor zuviel Euphorie. Innerhalb der verschiedenen Märkte gehe es dem Gesundheits- sowie dem Nahrungsmittelsektor noch immer gut, wogegen die industriellen Märkte sowie der Luxusgüterbereich schwerer von der Krise getroffen seien. Er verweist dabei auch auf den weltweit nach wie vor grossen Druck auf die Preise. Insgesamt geht er von einer langsamen und lediglich moderaten Erholung der Weltwirtschaft aus. Immerhin habe das dritte Quartal in einigen Märkten in Europa und den USA positive Wachstumssignale gesendet.


Faltkartons: Keine Erholung in Hauptmärkten vor Mitte 2010
Im Kundenmarkt Faltkarton sieht er in Europa und Nordamerika, wo zusammen 80 bis 85% der Verkäufe generiert werden, keine Erholung vor Mitte 2010. Hier werde investiert, um die Kosten zu senken. In den Wachstumsmärkten mit einem Anteil von 15 bis 20% am Faltkartongeschäft laufe es dagegen weiterhin gut. Hier investiere Bobst um die Kapazitäten zu erhöhen.


Wellkarton: Marktwachstum von 10 % bis 2012
Für den Kundenmarkt Wellkarton prognostiziert der Bobst-Chef bis 2012 ein Marktwachstum von weltweit 10%. Dies vor allem dank der Schwellenländer, wogegen die reifen Märkte seitwärts oder gar rückwärts tendieren dürften.


Preis sollen nach Möglichkeit wieder erhöht werden
Jean-Pascal Bobst zeigte sich aber nicht durch’s Band negativ eingestellt: «Wir wollen die Preise im Jahr 2010 wieder erhöhen, wo wir können», gibt er sich kämpferisch. Er geht auf mittelfristige Sicht davon aus, dass das Unternehmen wieder Marktanteile gewinnen und wachsen werde. Und die langfristigen Perspektiven im Verpackungsmaschinenmarkt bezeichnet er als intakt.


Umsatz 2009 zwischen 1’050 und 1’100 Mio. Franken
Für das auslaufende Geschäftsjahr 2009 zeichnet sich ein Umsatz zwischen 1’050 und 1’100 Mio CHF ab. Bisher prognostizierte der Verpackungsmaschinenhersteller einen Umsatz von rund 1’100 CHF. Der operative Gewinn werde im Gesamtjahr 2009 höher ausfallen als im ersten Semester, als Bobst einen EBIT von -79,3 Mio CHF ausgewiesen hatte. Im Gesamtjahresverlust sind allerdings einmalige Restrukturierungskosten von 60 Mio CHF enthalten.


Sparziel steht
Am Sparziel des laufenden Kostensenkungsprogrammes hält der CEO fest. Demnach sollen bis 2011 rund 100 Mio CHF eingespart werden. Zum Thema Akquisitionen meinte der CEO, dass zwar derzeit nichts billig zu haben sei, die Augen aber ständig offen gehalten würden. (awp/mc/pg/24)

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