BP kann sich Kurssturz nicht erklären

Die Aktie von BP war am Mittwochabend in New York um knapp 15 Prozent eingebrochen. In London brach das Papier um rund sieben Prozent auf 366 Pence ein. Vor der Ölkatastrophe hatte das Papier noch mehr als 650 Pence gekostet. Der Marktwert des Unternehmens fiel damit um knapp 44 Prozent auf zuletzt rund 74 Milliarden Pfund (rund 90 Mrd Euro). Analysten der US-Investmentbank Merrill Lynch gehen derzeit davon aus, dass die Gesamtbelastung aus der Ölkatastrophe bei rund 28 Milliarden Dollar (rund 20 Mrd Pfund) liegen wird, schliessen aber auch nicht aus, dass die Belastung noch höher ausfallen könnte.


Bekämpfung der Ölkatastrophe weiterhin oberste Priorität
Die Bekämpfung der Ölkatastrophe habe weiterhin oberste Priorität, hiess es in der Mitteilung des Unternehmens weiter. Gleichzeitig wies das britische Unternehmen auf seine finanzielle Stärke hin. Bei einem Ölpreis von 60 US-Dollar pro Fass (159 Liter) hielten sich Barmittelzufluss und -abfluss die Waage. Diese Angabe gelte jedoch ohne Berücksichtigung der Kosten für die Ölkatastrophe. Derzeit notiert ein Fass der US-Rohölsorte WTI zur Auslieferung im Juli mit 74,40 Dollar.


Beträchtliche Vermögenswerten
Der Verschuldungsgrad von BP liegt den Angaben zufolge niedriger als die Untergrenze der angestrebten Zielspanne. Zu den beträchtlichen Vermögenswerten gehörten Ölreserven von 63 Milliarden Fass zum Jahresende 2009. Von diesen seien mehr als 18 Milliarden nachgewiesen. BP sei somit durchaus in der Lage, um die Kosten für die Schliessung des Lecks und die Aufräumarbeiten sowie die Schadenersatzforderungen zu begleichen. Allein für das erste Quartal 2010 hatte BP einen Nettogewinn von 6,2 Milliarden Dollar ausgewiesen. (awp/mc/ps/10)

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