BP verkauft Tafelsilber

BP will mit dem Geld die Kasse füllen, um die Schäden der Ölpest im Golf von Mexiko bezahlen zu können. Der Ölkonzern hatte bereits angekündigt, einen Teil seines Besitzes zu verkaufen. Dadurch sollen dieses Jahr insgesamt zehn Milliarden Dollar zusammenkommen. Rund 7,5 Milliarden Dollar spart der Konzern durch die Streichung der Dividende für zunächst drei Quartale. Ausserdem wurde die Investitionssumme um zehn Prozent verringert. Das bedeutet zwei Milliarden Dollar mehr in der Kasse.


Erster Schritt für weitere Verkäufe
Konzernchef Tony Hayward bezeichnete den Verkauf als ersten Schritt für weitere Verkäufe. «Wir haben einen ausgezeichneten Preis für eine Reihe von Besitztümern erzielt, die für andere mehr wert sind als für BP», sagte Hayward mit Blick auf den Apache-Deal. Ein Unternehmenssprecher bestritt zwar, dass es sich bei den Öl- und Gasfeldern um wichtige Quellen handele. «Das sind keine strategischen Schlüsselvermögen», sagte David Nicholas der dpa am Mittwoch. Die Kapazität der verkauften Felder macht aber immerhin zwei Prozent der gesamten Fördermenge von BP aus. Apache muss bis Ende Juli fünf Milliarden Dollar überweisen. Die tägliche Fördermenge der verkauften Felder liegt bei 27.616 Barrel Rohöl (rund 4,4 Millionen Liter) und 9,4 Millionen Kubikmeter Gas. Der Deal soll im dritten Quartal abgeschlossen sein.


BP-Chef Hayward vor Abgang?
Um frisches Kapital aufzutreiben, hatte Hayward zudem mit Investoren unter anderem aus dem Nahen Osten gesprochen. Der BP-Chef steht wegen seines Krisenmanagement seit Wochen in der Kritik. Einem Bericht der britischen Zeitung «The Times» zufolge soll er innerhalb der kommenden zehn Wochen seinen Hut nehmen. Es werde erwartet, dass der 53-Jährige von Ende August an seinen Rücktritt bekanntgeben könnte. Ein BP-Sprecher wies den Bericht als falsch zurück. Der Energiekonzern hatte aber wiederholt erklärt, Hayward bleibe so lange an der Spitze, bis das Gröbste im Kampf gegen die Ölpest überstanden sei.


Bohrloch: Noch keine dauerhafte Lösung
Seit gut drei Monaten verseucht Öl aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko nun schon das Randmeer und die Küsten. Fischer sind arbeitslos geworden, Touristen bleiben aus, die ganze Wirtschaft in der Region leidet. Vor wenigen Tagen hatte BP das Loch mit einer provisorischen Kappe abdichten können. Es fehlt jedoch noch eine dauerhafte Lösung. (awp/mc/ps/26)

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