BP: Versiegelung des lecken Bohrlochs erfolgreich

Der Druck des Bohrlochs werde durch den eingepumpten Schlamm „kontrolliert“, hiess es in der Mitteilung des britischen Energiekonzerns. Nach dem „static kill“ Einsatz soll zusätzlich die Versiegelungsmethode „bottom kill“ angewendet werden: Dabei wird durch eine seitliche Entlastungsbohrung auch am unteren Ende der Bohrleitung Schlamm und Zement eingefüllt. Mit dem „bottom kill“ will BP Mitte August beginnen. Nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April waren aus dem lecken Bohrloch nach US-Regierungsangaben rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl ausgelaufen. Damit ist die Katastrophe der grösste Ölunfall aller Zeiten.


Kontroversen über Ausmass der Katastrophe
Über das tatsächliche Ausmass der Ölpest gab es seit dem Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 22. April erhebliche Kontroversen. Zunächst behauptete BP, es strömten lediglich geringe Mengen ins Meer. Dann wurden die Zahlen immer weiter nach oben korrigiert. Die neusten Schätzungen von Forschern hätten eine mögliche Abweichung von plus oder minus zehn Prozent, teilte die US- Regierung mit. Die mexikanische Regierung will den BP-Konzern auf Schadenersatz verklagen. Das teilte Umweltminister Juan Rafael Elvira Quesada in Mexiko-Stadt mit, wie die Zeitung „Milenio“ am Dienstag berichtete. Nach den Worten des Politikers werden die Regierungen Mexikos und der USA im September in Washington das Ausmass der Schäden beziffern.


Schlimmste Ölpest aller Zeiten
Als Sofortzahlung verlange Mexiko 70 Millionen Dollar (etwa 53 Millionen Euro). Noch sei kein Öl in mexikanischen Gewässern entdeckt worden, ergänzte Elvira. Dennoch sei das Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach jüngsten Angaben von Forschern strömten insgesamt 4,9 Millionen Barrel in den Golf von Mexiko – das sind etwa 666’400 Tonnen. Niemals zuvor wurde eine schlimmere Ölpest registriert: Bei der Havarie des Tankers „Exxon Valdez“ 1989 vor der Küste Alaskas flossen „nur“ etwa 40 000 Tonnen ins Meer. Bisher galt der Bohrinsel- Unfall der „Ixtoc“ 1979 als die schwerste Ölpest. Damals flossen etwa eine halbe Million Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko.  (awp/mc/ps/32)

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